Ausstellung Zyklus über die Stauffenbergs

Thomas Schnabel und Paula Lutum-Lenger im Kellermuseum vor Bildern mit dem blutenden Claus von Stauffenberg. Foto: Ferdinando Iannone
Thomas Schnabel und Paula Lutum-Lenger im Kellermuseum vor Bildern mit dem blutenden Claus von Stauffenberg. Foto: Ferdinando Iannone © Foto: Foto: Ferdinando Iannone
Raimund Weible 11.11.2016

Der Soldat blutet an beiden Händen und auch aus dem Auge, wirkt aber überhaupt nicht heroisch, sondern eher wie ein Symbol des Matyriums. Das Bild stammt von dem Wiener Alfred Hrdlicka und stellt Claus Graf von Stauffenberg dar. Es hängt in der Stauffenberg-Erinnerungsstätte am Alten Schloss über einem musealen Möbel, dem Schreibtisch des Widerstandskämpfers.

Weitere Bilder Stauffenbergs aus der Hand des österreichischen Malers und Bildhauers sind in der Gedenkstätte neuerdings zu sehen. Das Haus der Geschichte will mit der Ausstellung, in der ab kommender Woche auch Werke des Stuttgarter Künstlers  Günter Schöllkopf  präsentiert werden, auf das zehnjährige Bestehen der Gedenkstätte aufmerksam machen. Das Museum wurde im Keller an der Südseite des Alten Schlosses am 15. November 2006 in Anwesenheit von Altbundespräsident Richard von Weizsäcker eröffnet, dessen Namen inzwischen die Planie nur wenige Schritte von dem Bauwerk entfernt trägt.

Das Museum erinnert an Claus und seinen Bruder Berthold. Sie gehörten zu dem Kreis, der Widerstand gegen Adolf Hitler leistete. Nach dem gescheiterten Umsturzversuch von 1944 wurden sie hingerichtet. Der Ort des Museums ist passend: Die Familie Stauffenberg lebte von 1909 bis 1919 im Alten Schloss. Vater Alfred hatte als Oberhofmarschall des letzten württembergischen Königs eine Dienstwohnung im dritten Stock, die seit dem Brand 1931 und der Bombardierung 1944 nicht mehr existiert.

In den vergangenen zehn Jahren haben 100 000 Besucher das Museum besichtigt. Laut Thomas Schnabel, Leiter des Hauses der Geschichte, hat das Anliegen, in ansprechender Weise auf die Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und auf den 20. Juli 1944 aufmerksam zu machen, nicht an Aktualität eingebüßt. Auch deswegen, weil inzwischen Rechte und national-völkische Kreise versuchten, Stauffenberg zu vereinnahmen.

Hrdlicka hat sich dem Thema Widerstand in seinen letzten Lebensjahren intensiv gewidmet und 2004 und 2005 einen Bilder-Zyklus zu Stauffenberg geschaffen. Der Künstler, von dem auch die Skulpturen auf dem Vorplatz stammen, musste damals aus gesundheitlichen Gründen die Bildhauerei aufgeben. Das Haus der Geschichte erwarb den Zyklus und stellt nun erstmals einen Teil der Bilder aus. In seinem ganz eigenen Stil – er schuf keine Ikonen – bildet Hrdlicka nicht nur den blutenden Claus von Stauffenberg ab. Ein anderes Motiv zeigt Berthold bei dessen Hinrichtung in Plötzensee.

Jubiläumswoche mit zahlreichen Führungen

Eintritt Zum zehnjährigen Bestehen der Stauffenberg-Erinnerungsstätte hat das Haus der Geschichte ein Veranstaltungsprogramm für die Woche vom 15. bis 20. November zusammengestellt. Der Eintritt ist während der ganzen Woche frei. Führungen durch das Museum gibt es am 17. November, am 19. November (jeweils 15 Uhr) und am 20. November von 11 bis 17 Uhr.

Lesung Am 17. November liest der Theologe Rudolf Guckelsberger Texte zum Thema Widerstandsrecht und Tyrannenmord von der Antike bis zum Nationalsozialismus. Am 19. November gilt eine Kurzführung den „Bildern des Widerstands“  von Alfred Hrdlicka und Günter Schöllkopf. web

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