Mobilität Zu wenig E-Roller fürs Stadtgebiet

Immer mehr Kunden nutzen die Stuttgarter Elektroroller.
Immer mehr Kunden nutzen die Stuttgarter Elektroroller. © Foto: Stadtwerke Stuttgart
Stuttgart / Daniel Grupp 14.08.2018

„Stella“, das Roller-Sharing-Angebot in der Landeshauptstadt, hat im ADAC-Test nur die Note „ausreichend“ erhalten. Das Angebot habe viele Stärken, aber einige Schwächen verhinderten eine bessere Note. Die ADAC-Tester waren in Stuttgart mit zehn Elektrorollern unterwegs.

Die Stadtwerke Stuttgart werden als Betreiber der Rollerflotte den ADAC-Test analysieren und sehen, wo Verbesserungen möglich sind, kündigt Pressesprecherin Karoline von Graevenitz an. Manche Schwachstellen seien bekannt: „Wir feilen absolut am Konzept“, sagt sie.  „Noch sind wir in der Probephase.“ Die Sprecherin weist darauf hin, dass die Notenskala des ADAC im Gegensatz zu Schulen nur fünfstufig ist. „Ausreichend“ entspreche daher einer drei. Der ADAC hat die Verleihsysteme in fünf Städten getestet. Berlin (mit zwei Systemen), Hamburg und Düsseldorf  erhielten die Note „gut“, München und Stuttgart „ausreichend“. 

In Stuttgart starteten die Elektroroller im April ins dritte Jahr. Die Flotte wurde zum Saisonbeginn auf 100 Roller erweitert. Der ADAC kritisiert, dass die Stückzahl zu gering sei. Die Roller stünden im Durchschnitt 661 Meter vom Ausgangspunkt entfernt. Bei mehr als 9000 registrierten Nutzern, „ist vollkommen klar, dass wir aufbauen müssen“, sieht auch Graevenitz den Bedarf. Zumal die Nachfrage wächst. Während in der Saison 2017 noch 37 000 Fahrten mit den E-Rollern registriert wurden, sind es 2018 schon 45 000. Karoline von Graevenitz rechnet damit, dass sich die Zahl der Fahrten bis zum Ende der Saison Anfang November gegenüber 2017 verdoppeln wird.

In Stuttgart werden die E-Roller nicht an Ladesäulen aufgeladen. Das hat den Vorteil, dass sie nahezu überall abgestellt werden können. Der Nachteil ist, dass Wartungspersonal die Akkus von Hand wechseln muss. Eine größere Flotte macht einen höheren Personaleinsatz erforderlich.

Der ADAC kritisiert auch die hohe Selbstbeteiligung von bis zu 500 Euro bei Unfällen. „Wir wollen dass die Kunden pfleglich fahren“, erläutert Graevenitz. Oft seien die Schäden vermeidbar. Aber auch über diese Regelung werde noch diskutiert.   

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