Jubiläum Wilhelma bereitet sich aufs Jubiläum vor

Thomas Kölpin, Patricia Peschel und Michael Hörrmann (v.l.) stellen das Gemälde mit der Büßerin vor.
Thomas Kölpin, Patricia Peschel und Michael Hörrmann (v.l.) stellen das Gemälde mit der Büßerin vor. © Foto: Daniel Grupp
Stuttgart / Daniel Grupp 23.01.2018

König Wilhelm I. ließ sich 1841 einen privaten Rückzugsort mit maurischem Landhaus und Parkanlage errichten. Hatten damals nur geladene Gäste Zugang, so zählte die Wilhelma im vorigen Jahr rund 1,6 Millionen Gäste. Sie ist damit eine der größten Attraktionen des Landes. Der botanisch-zoologische Garten bereitet sich schon auf Jubiläumsfeierlichkeiten vor. 2021 jährt sich die Fertigstellung des königlichen Parks zum 175. Mal, daher rücken die Anfänge des Parks ins Zentrum. „Auf den großen Dreiklang der Exotik aus Tieren, Pflanzen und Baukunst ferner Länder“, soll im Vorfeld des Jahrestages der Blick fallen, kündigte Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin an.

Er stellte am Montag zusammen mit dem Geschäftsführer des Landesbetriebs Staatliche Schlösser und Gärten (SSG), Michael Hörrmann, die Kooperation beider Einrichtungen vor. „Wir wollen das Schloss als baukulturelles Erbe wiederentdecken“, erklärte Hörrmann. Während Schloss Rosenstein der Öffentlichkeit zugänglich war, steht das Wilhelma-Areal, laut Hörrmann für einen württembergischen König, der sich „wie ein sehr reicher Privatmann aufführte“. Die Exklusivität der Anlage änderte sich erst nach Wilhelms Tod 1864. Sein Sohn Karl I. machte 1886 den Park der Öffentlichkeit zugänglich.

Im Jubiläumsjahr sollen die Besucher einen Eindruck von der Wilhelma zu Wilhelms Zeiten gewinnen. Das Ensemble ist aber nicht mehr komplett. Das Landhaus wurde im Krieg stark beschädigt. Beim Wiederaufbau wurde auf die Kuppel verzichtet.

Wie das Schlösschen mit den angrenzenden Gewächshäusern einmal ausgesehen hat, zeigt eine Fotografie, die die Wilhelma erworben hat. Die Aufnahme könnte 1870 gemacht worden sein. Das Bild kann helfen, das Landhaus bis zum Jubiläumsjahr virtuell zu rekonstruieren. Im Rahmen der Digitalisierungsoffensive des Landes, stehen der SSG 1,9 Millionen Euro zur Verfügung. Schloss Heidelberg ist auf diese Weise schon virtuell auferstanden. Zum Jubiläum wird das königliche Landhaus im Computer nachgebaut.

Ganz real ist indes das Bild von der büßenden Maria Magdalena. Die auf eine Porzellanplatte gemalte kaum bekleidete Büßerin gehörte zur Privatsammlung Wilhelms I. „Das Porzellanbild kam 1854 zusammen mit einer Vielzahl weiterer Porzellanbildern in die Wilhelma. Sie schmückten den Bildersaal und die Galerie“, berichtet Patricia Peschel, Konservatorin der SSG. Die SSG hat das Bild bei einer Auktion für einen vierstelligen Betrag erworben. Das Bild soll Teil einer Ausstellung über die Zeit König Wilhelms werden.