Unfallbilanz Wieder mehr Kinder verunglückt

Die Polizei meldet 112 Unfälle mit Stadtbahnen.
Die Polizei meldet 112 Unfälle mit Stadtbahnen. © Foto: dpa
Stuttgart / eb 13.03.2018

Die Polizei hat 2017 in Stuttgart so viele Verkehrsunfälle wie seit 1979 nicht mehr registriert.  Sie berichtet in ihrer am Dienstag veröffentlichten Bilanz von 26 824 Unfällen im Jahr 2017. Das ist ein Anstieg um 120 Unfälle. Die Zahl der 2565 Verletzten liegt trotz des leichten Anstiegs auf dem drittniedrigsten Wert der vergangenen  40 Jahre.  Auf Stuttgarts Straßen starben 2017 zehn Verkehrs­teilnehmer, darunter acht Fußgänger einschließlich von drei tödlich verunglückten Kindern. Nachdem die Zahl der Unfälle mit Kindern auf zuletzt 94 im Jahr 2016 zurückgegangen war, ist sie nun um fast 13 Prozent auf 106 Unfälle gestiegen. 20 Kinder wurden schwer und 141 leicht verletzt (2016: 121). Auf dem Schulweg gab es 19 Unfälle.

Ein Hauptthema ist aus Sicht der Polizei die Nutzung von Smartphones. Immer noch würden viele Fahrer damit erwischt. „Dabei sind Ablenkung, Hektik und der häufig selbst auferlegte Zwang zur Dauererreichbarkeit Gift für die Verkehrssicherheit“, erklärt die Chefin der Verkehrs­polizei, Claudia Rohde. Bei 55 Kontrollaktionen mit Zielrichtung Handyverstöße, Gurtpflicht und Helmpflicht stellten Polizi­sten in Stuttgart insgesamt 13 761 Verstöße fest. Das ist ein Anstieg von fast 2000. Darunter waren 6513 Handy-Verstöße (plus 964).

Die Zahl der Schwerverletzten ist gesunken: 286 Betroffene bedeuten ein Minus von 4,7 Prozent. Die Hauptunfallursachen sind typisch für die Großstadt: Vor allem das Missachten der Vorfahrt sowie Fehler beim Abbiegen oder Rückwärtsfahren machen einen Anteil von rund 25 Prozent aus. Zu schnelles Fahren spielt zwar eine geringe Rolle, kontrolliert wird dennoch: Die Polizei erwischte 14 000 Raser, fast 800 Fahrer erhielten ein Fahrverbot.

Im vorigen Jahr passierten 112 Unfälle mit Stadtbahnen. Das entspricht in etwa der Zahl des Vorjahres. Konstant blieben auch die Radfahrunfälle. Die Polizei hat 447 registriert. Allerdings wurden insgesamt 384 Radfahrer und damit 36 mehr (plus 10,3 Prozent) verletzt. Die Polizei beobachtet zwar einen deutlichen Anstieg der Zahl der Unfälle mit Pedelecs (59), jedoch ist auch der Bestand stark gestiegen.  Daher sei die Entwicklung unauffällig.