Stadtplanung Wieder Flusspferde am Neckarknie

Die Studie zeigt, wie das Gehege am Neckarknie einmal aussehen könnte.
Die Studie zeigt, wie das Gehege am Neckarknie einmal aussehen könnte. © Foto: Grafik: Wilhelma
Stuttgart / Daniel Grupp 21.02.2018

Vor rund 300 000 Jahren weideten Flusspferde am Neckarufer. „In einer Warmzeit“, wie Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin im Technischen Ausschuss der Stadt erklärte. Bis zur nächsten Warmzeit muss Stuttgart vermutlich nicht warten. Schon in einigen Jahren sollen wieder Flusspferde am Ufer unterhalb des Rosensteinparks leben. Der Zoodirektor präsentierte Pläne für ein Außengehege und hat dafür bei den Stadträten viel Lob erhalten.

Allerdings wird das Vorhaben eine Nummer kleiner als in der Altsteinzeit ausfallen. Weil am Fluss insgesamt nur 3400 Quadratmeter zur Verfügung stehen, wird nur eine Freianlage für Zwergflusspferde gebaut. Zur artgerechten Unterbringung von großen Nilpferden hätte diese Fläche nicht gereicht. Ihre Schmalspurversion kommt hingegen mit einem Drittel des Areals aus.

Das Gelände wird durch den Bau des Rosensteintunnels frei. Die Stadt möchte an der Flussbiegung gegenüber der Wilhelma einen Aufenthaltsbereich schaffen. Dort sind derzeit vor allem Baustelleneinrichtungen für den Rosensteintunnel untergebracht. Da der Tunnel in zwei Jahren fertig sein soll, wünschte sich die Verwaltung von den Stadträten ein Signal, ob der Plan mit dem Außengehege am Neckarknie weiter verfolgt werden darf.

Neben Wegen für Radfahrer und Fußgänger sollen dort Grünflächen, Sitzstufen zum Fluss sowie ein Kiosk mit Toilette angelegt werden, erläuterte Baubürgermeister Peter Pätzold. Das Wilhelma-Gehege wird ohne Eintritt zugänglich sein.

Zoodirektor Kölpin präsentierte Pläne eines Geheges mit Wasserbecken für zwei Flußpferde und deren Nachwuchs. Glaswände werden Tiere und Passanten trennen. Hinter Bäumen und Sträuchern sollen sich die Waldtiere verbergen können. Nachts  kommen die Tiere in ein Gebäude, dass in den Hang hineingegraben wird. Kölpin rechnet mit Kosten von etwa 1,5 Millionen Euro, der Förderverein der Wilhelma hat seine Unterstützung zugesagt.

Der neue Uferbereich führt zu Änderungen für die Schiffe des Neckar-Käpt’n. Der Stadt denkt an einen großen Schwimmsteg zum anlegen. Die Versorgungseinreichtungen für Treibstoff, Wasser und Abwasser sowie die Dauerliegeplätze für die Schiffe sollen indes weiter flussaufwärts verlegt werden. Die Betreiber der Neckarflotte würden aber laut Pätzold gerne an ihrem bisherigen Platz bleiben.

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