In über 100 Fällen soll eine Hundehändlerin illegal Welpen verkauft haben, dafür wurde sie jetzt vom Amtsgericht Esslingen zu einer Geldstrafe in Höhe von 35 000 Euro verurteilt. Es hätten schon länger Hinweise vorgelegen, dass die 25-Jährige unerlaubterweise Handel mit Chihuahua-Welpen getrieben habe, teilt das Landratsamt Esslingen mit. Die Tiere seien über Kleinanzeigen auf Internetportalen angeboten worden. Als mehrere Welpen erkrankten beziehungsweise starben, erstatteten die Käufer Anzeige bei den Behörden. Weitere Fälle würden noch untersucht.  Das Esslinger Veterinäramt und die Polizei führen die Ermittlungen gemeinsam.

Die Welpen beschaffte die Frau offenbar aus dem Ausland, vermutlich aus Osteuropa. Dort gebe es regelrechte Zuchtanlagen, in denen die Jungtiere zunächst unter widrigen Bedingungen gehalten würden, bis sie, nicht selten im Kofferraum, illegal nach Deutschland geschleust würden, klärt das Landratsamt auf. Der Handel mit diesen Tieren boome leider nach wie vor.

„Diese Welpen werden viel zu früh von der Mutter getrennt und sind häufig unzureichend ernährt. Keines der Tiere ist ausreichend geimpft, viele zeigen sich später verhaltensgestört bis aggressiv“, sagt der Leiter des Veterinäramts, Christian Marquardt. Krankheiten entwickelten sich häufig erst unter dem Dach des neuen Besitzers. Marquardt: „Das vermeintliche Schnäppchen entwickelt sich zum schwerkranken Intensivpatienten und verursacht schnell enorme Behandlungskosten.“ Sein Tipp daher: Wer sich einen Hund kaufe, solle das nicht auf dubiosen Internetportalen tun, sondern sich Muttertier und Haltungsbedingungen vorher anschauen.