Die Macher der „Sattlerei“ in der Tübinger Straße südlich der Stadtmitte haben gutes Gespür bewiesen. „Von Anfang an ist der Zuspruch enorm gewesen. So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt Mitarbeiter Maximilian Lucas Prigl, der seit sieben Jahren in der Gastronomie tätig ist. Die Räume sind liebevoll restauriert worden, ihr nostalgischer Charme wirkt nicht aufgesetzt. Wie man eine hippe Großstadtbar kreiert, damit hat der Herr des Projekts, Janusch Munkwitz, schon viel Erfahrung: Er betreibt mit dem „Paul & George“ im Leonhardsviertel und dem „Condesa“ am nahe gelegenen Marienplatz noch zwei weitere angesagte Bars.

Im Sommer sind die rund 90 Plätze draußen sehr gefragt. Der eigentliche Reiz des Lokals entfaltet sich jedoch im Innern des denkmalgeschützten Baus, der der Brauerei Dinkelacker gehört. Das Haus grenzt an das Betriebsgelände, wo das Bier abgefüllt wird, das im Lokal ausgeschenkt wird. Der Name „Sattlerei“ geht darauf zurück, dass hier früher die Geschirre der Brauerei-Pferde gelagert wurden, mit deren Hilfe das Bier ausgefahren wurde. Eine riesige Bar empfängt die Besucher im Vorraum. Daran schließen sich zwei Gasträume an, ausgestattet mit historischem Mobiliar – Bistrostühlen und -tischen sowie wuchtigen Fauteuils mit rissigem Leder. Hinzu kommt noch eine Nische mit Durchreiche zur Bar, die als Stammtisch ausgewiesen ist. Freigelegt wurden die Wände mit historischen Tapetenresten, ein kaputter Boden wurde durch altes Parkett aus Schleswig-Holstein ersetzt.

Das Angebot beschränkt sich bisher im Wesentlichen auf Getränke, bis auf Kuchen und Knabber­eien. Künftig soll Vesper angeboten werden. Ab wann, sei noch nicht ganz unklar, sagt Barchef Ferdinand Sperling. Er mischt Getränke zum Teil selbst, etwa die in der Flasche gereiften hochprozentigen Drinks. Dazu gehört der Negroni mit Campari, Wermuth und Gin, serviert im tiefgekühlten Glas, garniert mit einer Orangenzeste, für neun Euro. Neben Bier und Wein gibt’s beispielsweise auch selbst gemachte Limonade. 

Info Mehr über: www.sattlerei.co