Kultur Vom Friedhof in die Moschee zur Teezeremonie

Tilman Baur 22.03.2017

Von der Bunker-Führung bis zur Teezeremonie: Zur langen Nacht der Museen an diesem Samstag bieten rund 80 Stuttgarter Einrichtungen ein besonderes Programm. Auf sieben Touren geht es durch die Stadt. Ausgangspunkt sind Karls- und Schlossplatz. Auf der ersten, fußläufigen Tour warten hier mit dem Neuen und Alten Schloss, dem Landesmuseum Württemberg und dem Kunstmuseum einige Aushängeschilder regionaler Hochkultur. Während ein Rundgang im Neuen Schloss Begegnungen mit barocken Hofdamen und tanzenden Höflingen beinhaltet, wandeln Besucher im Landesmuseum in der Sonderausstellung „Die Schwaben – zwischen Mythos und Marke“ auf den Pfaden großer Schwaben.

Vom Schlossplatz aus setzt sich das „Rollende Museum“ in Bewegung. Dabei handelt es sich um eine vom Württembergischen Automobilclub organisierte Oldtimer-Parade. Die Limousinen pendeln von 19 Uhr bis Mitternacht zwischen Schlossplatz, Mercedes-Benz- und Porsche-Museum. Fußläufig erreicht man außerdem das Haus der Musik im Fruchtkasten, das seit 100 Jahren bestehende Institut für Auslandsbeziehungen mit seiner Galerie, den Württembergischen Kunstverein, die Stauffenberg-Erinnerungsstätte und den Bunker unterm Marktplatz, der nur einmal im Jahr zugänglich gemacht wird

Auf sechs weiteren Touren bringen Shuttlebusse die Besucher vom Zentrum in alle Himmelsrichtungen der Landeshauptstadt. Die „Tour Hafen“ führt übers Haus der Geschichte (aktuelle Ausstellung über Filmpionier Carl Laemmle) und das Schweinemuseum nach Bad Cannstatt, wo ein Ausflugsdampfer durch eine kunstvoll beleuchtete Hafenkulisse fährt. Von dort aus ist ein Umstieg auf die „Tour Wein“ möglich, deren Highlight das Weinbaumuseum in Uhlbach ist.

Vielfältig ist die „Tour Neckar“: Neben dem avantgardistischen „Projektraum Lotte“ stehen hier die Ausstellung „Körperwelten“, die SSB-Straßenbahnwelt und das Planetarium auf dem Programm. Kunstinteressierten dürfte die „Tour West“ gefallen, auf der neben dem Hegel-Haus zahlreiche Galerien vertreten sind. Völkerkundliches hat das Linden-Museum zu bieten, wo man an einer japanischen Teezeremonie teilnehmen kann. Architektonisches (Weißenhofmuseum) bietet die „Tour Nord“, und auf der Stadtbahn-Tour („Tour U6“) warten unter anderem die Kreativen-Spielwiese „Schick-Areal“ in Feuerbach, der Pragfriedhof, die Stuttgarter Moschee und das Polizeimuseum. 

Info Die Museumsnacht geht von 19 bis 2 Uhr. Alles über Transportmöglichkeiten und Eintrittspreise über www.lange-nacht.de