Gefahrenlage Stuttgart: Verdächtiges Gespräch löst Großeinsatz aus

Bis zu 300 Beamte waren in der City im Einsatz.
Bis zu 300 Beamte waren in der City im Einsatz. © Foto: dpa
Stuttgart / Dominique Leibbrand 27.06.2018
Ein 22-Jähriger droht in der S-Bahn offenbar Gewalttat auf dem Schlossplatz an und wird verhaftet.

Eine Äußerung eines offenbar psychisch kranken Mannes hat am Mittwoch einen Großeinsatz der Polizei in der Stuttgarter Innenstadt ausgelöst. Ein 38-jähriger Zeuge hatte in einer S-Bahn von Waiblingen nach Stuttgart ein Gespräch mitgehört, bei dem für ihn laut Polizei offenbar der Eindruck entstand, dass ein 22-Jähriger für den späten Vormittag eine Gewalttat in der City geplant haben könnte. Dem Zeugen habe die Sache „richtigerweise“ keine Ruhe gelassen, weshalb er schließlich die Polizei alarmiert habe, heißt es in einer Mitteilung.

Sicherheitshalber, um jegliche Gefahr auszuschließen, habe man die Einsatzkräfte in die Stadt beordert, teilte Sprecher Stefan Keilbach mit. Zeitweise waren rund um den Schlossplatz gut 300 Beamte inklusive Spezialeinsatzkommandos mit schwerer Ausrüstung postiert. Über Stunden kreiste ein Helikopter in der Luft. Seitenstraßen wurden gesperrt. Polizisten führten gezielt Fahndungs- und Kontrollmaßnahmen durch. Wen sie suchten, wussten die Kollegen laut Keilbach dank einer detailreichen Beschreibung.

Als der 22-Jährige, der ein Skateboard dabei hatte, schließlich am Eckensee vor der Oper auftauchte, wurde er von Beamten erkannt und in Gewahrsam genommen. Gegen 13.15 Uhr gab die Polizei Entwarnung, die Kräfte wurden abgezogen. Der Mann sei anschließend befragt worden, so Keilbach.  Ersten Erkenntnissen zufolge leide er unter einer psychischen Erkrankung.

Obwohl am Ende wohl keine Gefahr bestand, verteidigt Polizeisprecher Keilbach das Ausmaß der eingesetzten Kräften. „Wenn wir die Bevölkerung schützen wollen, gibt es nur eins oder null – nichts zwischendrin.“ Und wenn sich die Polizei dazu entscheide zu handeln, dann müsse das professionell ablaufen – mit der entsprechenden Zahl an Spezialkräften und in abgestimmten Organisationsstrukturen. Dass diese funktionierten, habe der Einsatz gezeigt: „Wir waren erfolgreich, wir haben den Mann innerhalb weniger Stunden gefunden.“ Ob der Einsatz, der laut Keilbach „hohe Kosten“ verursacht hat, dem 22-Jährigen in Rechnung gestellt wird, werde geprüft. Erst muss jedoch geklärt werden, ob es eine konkrete Drohung gab, und wenn ja, ob diese vorsätzlich ausgesprochen wurde.

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