Der baden-württembergische Verkehrsclub Deutschland (VCD) ist mit den Verbesserungen im S-Bahn-Verkehr in der Region Stuttgart nicht zufrieden. Mit Blick auf den S-Bahn-Gipfel, bei dem Vertreter von Bahn und Verband Region Stuttgart heute zusammenkommen, zieht er "eine enttäuschende Bilanz". Weiterhin gehörten chronisch unpünktliche S-Bahnen und Zugausfälle zur Tagesordnung, "sehr zum Leidwesen der Pendler". Die Fahrgäste hätten einen berechtigten Anspruch darauf, "für ihr Geld endlich die damit verbundene Leistung zu erhalten - und zwar nicht erst am Sankt-Nimmerleins-Tag", sagt der VCD-Landesvorsitzende, Matthias Lieb.

Dass es anders gehen könne, hätten die Verantwortlichen vor zehn Jahren schon einmal gezeigt. Als die Pünktlichkeit der S-Bahn im Jahr 2003 krankte, hätten sie an einem Strang gezogen und zumindest für die Sechs-Minuten-Pünktlichkeit schnell wieder gute Werte erreicht. Lieb: "Derzeit ist nicht erkennbar, dass mit gleichem Nachdruck wie damals an der Behebung der Probleme gearbeitet wird - es wird mehr um Verständnis geworben, als dass Maßnahmen wirklich realisiert werden."

Der VCD hat sein 15-Punkte-Gesundungsprogramm für die S-Bahn Stuttgart für den Gipfel überarbeitet. Einiges davon sei immerhin schon umgesetzt oder angegangen worden. So werde am Hauptbahnhof mehr Personal zur Lenkung der Fahrgäste eingesetzt, und in der Hauptverkehrszeit gebe es mehr Langzüge, insbesondere auf den Linien S1 bis S3. Defizite sieht der VCD indes bei der linienbezogenen Pünktlichkeit, bei der Kennzeichnung der Lichtschrankenbereiche in den Zügen sowie den Entschädigungsregelungen für die Fahrgäste. "Dies alles sind zeitnah wirksame Maßnahmen, die die verantwortlichen Akteure bereits hätten umsetzen können." Überdies kritisiert der Club die mangelnde Transparenz bei Pünktlichkeitswerten und Vertragsinhalten.