Stuttgart / lsw Als Angehöriger der „Freien Syrischen Armee“ soll der Angeklagte gemeinsam mit Mitkämpfern in Syrien zwei Menschen gefoltert haben.

In einem Prozess um Kriegsverbrechen in Syrien soll am Donnerstag (11.00 Uhr) das Urteil gegen einen 29 Jahre alten Mann fallen, dem Folter vorgeworfen wird. Der Angeklagte steht seit Februar vor dem Oberlandesgericht in Stuttgart. In der Verhandlung wurden Internetvideos gezeigt - nach Auffassung der Bundesanwaltschaft ist darauf der Angeklagte zu sehen, wie er Gefangene auspeitscht und erniedrigt. Der 29-Jährige soll Angehöriger der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA) gewesen sein, die Opfer sollen aufseiten der syrischen Regierung gekämpft haben. Der Generalbundesanwalt beantragte fünfeinhalb Jahr Haft. Die Verteidigung plädierte für höchstens zwei Jahre mit Bewährung.

Die Clips waren Anfang 2013 auf der Internetplattform YouTube veröffentlicht worden. In den Filmen schlägt ein Mann mit einem Seil auf bis auf die Unterhose entkleidete Männer ein. Die Taten ereigneten sich laut Anklage im Zeitraum zwischen Januar 2012 und Januar 2013. Der Angeklagte war im September 2015 als Flüchtling nach Deutschland gekommen, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Festgenommen wurde er am 20. Juni 2018.