Ludwigsburg / Uwe Roth

Nach knapp einjähriger Vorbereitungszeit hat die Stadt Ludwigsburg ihr Tourismusmanagement präsentiert. Autor ist Elmar Kunz, stellvertretender Geschäftsführer des städtischen Eigenbetriebs Tourismus & Events. Er beschreibt auf 300 Seiten, welche Schritte die Stadt unternehmen sollte, um das Reiseziel Ludwigsburg in der Welt bekannt zu machen.

Im besten Fall werden die Reisen asiatischer Touristen regelmäßig in die Barockstadt führen. Chinesen kommen mit gut gefüllter Reisekasse. Davon profitiert zum Beispiel die Outlet­city Metzingen (Landkreis Reutlingen), mit der die Tourismusmanager kooperieren wollen. Das Mercedes-Benz-Museum könnte ein weiterer Werbehotspot sein. Chinesische Reiseveranstalter sollen dazu bewegt werden, in Ludwigsburg einen Stopp einzulegen.

Die Stadt hat allerdings das Problem, wenige Sehenswürdigkeiten zu haben, die ganzjährig besucht werden können. Eigentlich sind es nur das Schloss und das Blühende Barock. Insofern liegt der Schwerpunkt der Konzeption auf Tagesgästen. Laut einer Erhebung aus dem Jahr 2017 haben Übernachtungs- und Tagesgäste 370 Millionen Euro in die Stadt gebracht. „Da gibt es noch Luft nach oben“, stellt Kunz fest. Es müssen weitere Übernachtungskapazitäten geschaffen werden. Bis 2030 sollen zu den etwa 1200 Hotel- und Pensionszimmern weitere 400 kommen.

Zum Konzept gehören auch Visionen: So könnte der Stadtteil Hoheneck am Neckar als Kurort wiederbelebt werden. Auch ansonsten steht der Neckar im Fokus der Tourismusmanager. Weil die Gegebenheiten in der Innenstadt so sind, wie sie sind, ziehen sie die Uferlandschaft und die Steillagen entlang des Flusses in ihre Betrachtungen mit ein.

Das Tourismuskonzept sieht keine klassischen Werbekampagnen vor. Das ließe das Budget nicht zu, betont Kunz. Stattdessen setzt er auf „die Selbstinszenierung der Touristen“, die alles Besondere mit ihren Smartphones festhielten und in den sozialen Medien teilten – und zwar weltweit. So würden diese selbst zu einem Werbeträger, der wenig koste. Ihnen müssten jedoch laufend Fotomotive angeboten werden. Bei der „Lichtgestalt“, einer übergroßen Marionette aus leuchtenden Elementen, habe virales Marketing bereits gut funktioniert. Sie war auf dem Weihnachtsmarkt die Attraktion, tausendfach fotografiert und online geteilt. „In den sozialen Medien ging die Post ab“, so Kunz. Für ihn ist die Richtung klar: „Wir müssen weg vom Prospektles-Drucker und hin zum Themen- und Contentmanager.“

800

Betten soll es für Touristen bis 2030 in Ludwigsburg geben. Laut des neuen Tourismuskonzepts müsse die Stadt ihre Übernachtungskapazitäten erweitern.