Stuttgart (dpa) - Nach dem fatalen Raser-Unfall eines jungen Mannes in Stuttgart muss das Landgericht am Freitag (10.00 Uhr) entscheiden, ob der Crash mit zwei Toten als Mord zu werten ist. Die Staatsanwaltschaft und die drei Nebenkläger werfen dies dem 21-Jährigen vor, bis auf einen Nebenkläger fordern sie alle eine Jugendstrafe. Die Verteidigung plädierte dagegen auf eine Bewährungsstrafe wegen fahrlässiger Tötung.

Der Angeklagte hatte im März mit einem gemieteten Sportwagen und bei enorm hoher Geschwindigkeit in der Stuttgarter Innenstadt die Kontrolle über das Auto verloren. Er war gegen einen stehenden Kleinwagen geprallt, in dessen Trümmern zwei Menschen aus Nordrhein-Westfalen ums Leben kamen. Vor dem Zusammenstoß hatte der PS-starke Wagen des Deutschen den Angaben eines Gutachters zufolge bis zu 165 Stundenkilometer auf dem Tacho.

Parallel dazu werden in einem tödlichen Raser-Unfall in Bayern am Freitag (9.00 Uhr) vor dem Landgericht Deggendorf die Plädoyers erwartet. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden 28 und 54 Jahre alten Angeklagten vor, im Juli 2018 bei Achslach im Bayerischen Wald ein verbotenes Rennen Auto gegen Motorrad veranstaltet und dabei den Tod eines entgegenkommenden Autofahrers verursacht sowie weitere Menschen verletzt und gefährdet zu haben. Die Urteile sollen am 21. November gesprochen werden.

Das Todesopfer ist ein 38-Jähriger. Sein zehnjähriger Sohn, der als Beifahrer im Wagen saß, erlitt lebensgefährliche Verletzungen und ist seither schwerbehindert. Er und seine Mutter sind Nebenkläger in dem Prozess.