Im Europaviertel rund um das Milaneo wird noch immer gebaut, derweil entsteht jenseits der Heilbronner Straße schon die nächste Großbaustelle. Auf dem einstigen Gelände der Mercedes-Benz-Niederlassung Stuttgart siedelt sich die neue Zentrale von Südwestmetall an, dem wichtigsten Arbeitgeberverband des Landes. Seit Wochen sind auf dem Areal zwischen Türlen- und Tunzhoferstraße die Abrissbagger dabei, die alten Gebäude zu beseitigen. Bis zum Sommer soll das 13 000 Quadratmeter große Grundstück freigeräumt sein. Bis dahin, so hofft Verbandssprecher Volker Steinmaier, werde auch die Baugenehmigung vorliegen.

Geplant sind drei Bauabschnitte, die von Schaller Architekten aus Stuttgart geplant wurden. Entlang der Türlenstraße baut Südwestmetall sein Verbandshaus, in das die 80 Mitarbeiter der Hauptgeschäftsstelle und der Bezirksgruppe Stuttgart einziehen werden. Das sechsgeschossige Gebäude verfügt über eine Nutzfläche von rund 24 000 Quadratmetern und wird neben Büros auch Seminar- und Tagungsräume sowie einen Veranstaltungssaal für 500 Teilnehmer bekommen. Zur Ecke an der Heilbronner Straße schließt das Bauwerk mit einer markanten Rundung ab, in der auch der Haupteingang zum Gebäude vorgesehen ist. Südwestmetall wird aber nicht einmal zwei Drittel des Hauses selbst nutzen. Die restlichen Flächen sollen vermietet werden, vor allem an andere Wirtschaftsverbände und -institutionen. Wer neben Südwestmetall einziehen wird, lässt der Arbeitgeberverband noch offen.

Komplett vermietet werden soll auch der zweite Bauabschnitt. Im Anschluss an das Verbandshaus wird entlang der Heilbronner Straße ein weiteres Bürogebäude entstehen. Mit 23 000 Quadratmetern ist es fast so groß, wie die neue Südwestmetall-Zentrale selbst.

Im Westen des Areals zum Bürgerhospital hin sind im dritten Bauabschnitt 200 Mietwohnungen und eine Kindertagesstätte geplant. Ein Teil davon wird nach dem Stuttgarter Innenentwicklungsmodell auch für mittlere und untere Einkommensgruppen erschwinglich sein. Zwischen den Büro- und den Wohngebäuden ist eine Grünanlage angedacht, die wahrscheinlich öffentlich sein wird. Ob Südwestmetall alle Bauabschnitte als Bauherr umsetzt, ist laut Steinmaier noch nicht entschieden. Der Verband ist Eigentümer der gesamten Fläche.

2018 soll das Projekt, für das über 100 Millionen Euro investiert werden, abgeschlossen sein. Dann zieht der Arbeitgeberverband von Degerloch in die City. Das bisherige Gebäude an der B 27 aus den 70er Jahren sei inzwischen zu klein und platze aus allen Nähten. Zudem verspricht sich Südwestmetall von der Top-Innenstadtlage eine größere Nähe zur Politik, um die Interessen seiner Mitgliedsbetriebe noch besser vertreten zu können. Denn Arbeitgeberverbände sind nicht nur Verhandlungspartner der Gewerkschaften, wenn es um Tarifverträge geht, sondern auch Lobby-Organisationen der Wirtschaft.