Luxus-Wohnen Stuttgarts wohl teuerste Wohnung wird fertig

Etwa 80 Millionen Euro hat der Bau des Hochhauses gekostet.
Etwa 80 Millionen Euro hat der Bau des Hochhauses gekostet. © Foto: Ferdinando Iannone
Stuttgart/Fellbach / Jürgen Schmidt 24.08.2018

Im Luxus-Wohnhaus Cloud Nr. 7 am Rande des Stuttgarter Europaviertels könnten in den nächsten Wochen die ersten Mieter einziehen. Die Bauabnahme für die 35 Appartements und 20 Eigentumswohnungen inklusive des 475 Quadratmeter großen Penthouses in fast 60 Metern Höhe soll noch in diesem Monat erfolgen, erklärte eine Sprecherin des Bauherrn, der Schwäbischen Wohnungs AG. Damit wäre der Weg für die Nutzung der rund 80 Millionen Euro teuren Immobilie frei.

Wer noch eine Bleibe in einer der teuersten Wohnlagen der Stadt sucht, kommt allerdings zu spät. Bis auf eines der Appartements, die ohnehin nur als Geldanlage und nicht zur eigenen Nutzung vorgesehen seien, seien alle Wohnungen verkauft, so die Sprecherin.

In den unteren Stockwerken des leuchtend weißen Bauwerks an der Heilbronner Straße ist schon seit einigen Monaten Betrieb. Denn das Jaz-Hotel der Steigenberger-Gruppe, die inzwischen unter dem Namen Deutsche Hospitality firmiert, hat bereits am Jahresanfang eröffnet. Im Hotelkonzern mit Hauptsitz in Frankfurt ist man mit der Auslastung des neuen 166-Zimmer-Hauses in den ersten Monaten sehr zufrieden.

Für gut betuchte Touristen

Ab September sollen Gäste die Appartements über dem Hotel nutzen können. Diese werden von einer Tochterfirma der Schwäbischen Wohnungs AG auf Zeit vermietet, sei es für einige Tage oder mehrere Monate. Als Kunden haben die Cloud-Nr. 7-Macher wohlhabende Geschäftsreisende, aber auch gut betuchte Touristen, etwa aus dem Nahen Osten, im Blick. Die 34 bis 126 Quadratmeter großen Suiten werden mit komplettem Hotelservice angeboten. Erste Buchungen für den Herbst gebe es bereits, heißt es.

Ursprünglich hatte beim Wohnturm in der City alles viel schneller gehen sollen. Dass sich die Fertigstellung, die zuletzt für das Frühjahr angekündigt war, noch einmal um ein Vierteljahr verzögert hat, sei vor allem auf die behördlichen Brandschutzauflagen zurückzuführen, heißt es vom Bauträger.

Noch wesentlich länger werden die künftigen Bewohner des höchsten Wohnhochhauses der Region auf ihren Einzug warten müssen. Allerdings hofft der Insolvenzverwalter des Fellbacher Gewa-Towers, Ilkin Bananyarli, dass sich bald etwas bewegt. Der Stuttgarter Rechtsanwalt erklärt: „Unser Ziel ist es, den Gewa-Tower noch in diesem Jahr zu veräußern.“ Derzeit würden mit zwei Interessenten konkrete Verhandlungen geführt. Die Baugesellschaft des Turms war im November 2016 in die Pleite gerutscht, seither steht das 107 Meter hohe Haus im Rohbau. Von der Pleite sind nicht nur Käufer von Wohnungen betroffen, sondern auch Anleger, die Anleihen im Gesamtwert von 35 Millionen Euro gezeichnet hatten.

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