Stuttgart Stuttgarts "bibliorama" ist ein Mitmachmuseum

Im neuen Stuttgarter Bibelmuseum "bibliorama"gibt es unter anderem eine Camera Obscura (im Vordergrund).
Im neuen Stuttgarter Bibelmuseum "bibliorama"gibt es unter anderem eine Camera Obscura (im Vordergrund). © Foto: Daniel Naupold/dpa
Stuttgart / JUDITH KUBITSCHECK/EPD 20.05.2015
Eine bloße Sammlung alter Bücher? Fehlanzeige. Das "bibliorama - das bibelmuseum Stuttgart" ist ein Mitmachmuseum. Hier begegnen Besucher interaktiv und mit allen Sinnen Figuren aus der Bibel.

Drehwürfel mit Gesichtern und Spiegeln sind am Eingang des "bibliorama" zu sehen. In der 350 Quadratmeter großen Ausstellung stehen Menschen im Mittelpunkt. Die Besucher ebenso wie die 14 biblischen Personen. Sechs Multimediastationen und andere interaktive Elemente, wie 3000 Holzbausteine oder eine Camera Obscura, sollen das neue Bibelmuseum, das in der Stuttgarter Büchsenstraße 37 eröffnet worden ist, zum Mitmachmuseum machen.

Auf einem Plakat stellt sich ein Mann mit Hut vor - es ist der alttestamentliche David, König und Musiker. Ein Touchscreen lädt dazu ein, es ihm nachzumachen und zu ausgewählten Versen aus den Psalmen Musik zu komponieren oder auf einer Harfe zu klimpern, die nicht durch Zupfen von Saiten, sondern durch Laserstrahlen funktioniert.

Wer es ruhiger möchte, setzt sich mit einem Kopfhörer auf Davids Thron und hört sich die Psalmvertonungen renommierter Komponisten an. Mose erinnert in einem Spiegelraum, in dem die zehn Gebote stehen, an die biblische Ethik. Auf einer "Unrechtwaage" können Besucher selbst entscheiden, was sie für falsch halten. Immer wieder knüpft das Museum - betrieben von der Evangelischen Landeskirche in Zusammenarbeit mit der Württembergischen Bibelgesellschaft - an die Lebenswelt der Besucher an: Sophia, die Figur der Weisheit, wird durch eine schwäbische Hausfrau am Herd symbolisiert. Sarah verließ in hohem Alter ihre Heimat - so wie viele Flüchtlinge heute.

Evas Paradiesgarten liegt unter freiem Himmel vor dem Museum, Martin Luther dagegen empfängt im Inneren Besucher mit deftigen Sprüchen und Zitaten, allerdings nur auf einem Bildschirm. Ein Zeitstrahl und Exponate wie ein Papyrus aus dem Jahr 200 und die Zainer Bibel von 1475, die eine deutsche Bibelübersetzung vor Martin Luther ist, geben einen Überblick über die letzten 3000 Jahre Bibelgeschichte.

Info www.bibelmuseum-stuttgart.de

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