Großereignis Stuttgart wird Radsport-Mekka – für einen Tag

Stuttgart / Von Tilman Baur 16.08.2018

Nach zehn Jahren Pause findet wieder eine Deutschland-Tour statt. Für die Region Stuttgart hat die Wiederaufnahme des viertägigen Rad-Großereignisses besondere Bedeutung. Denn die 132 Profis und 3500 Hobbysportler radeln am Sonntag, 26. August, durch Stuttgart und dann auf der Theodor-Heuss-Straße ins Ziel.

„In Stuttgart feiern wir das große Finale, küren die Sieger und feiern ein Radfestival“, sagte Projektleiter Matthias Pietsch bei einer Pressekonferenz im Rathaus. Die Tour führt auf vier Etappen und einer Strecke von 743 Kilometern durch fünf Bundesländer. Die vierte und letzte Etappe beginnt im südhessischen Lorsch, von dort aus geht es an Mannheim und Heidelberg entlang in den Kreis Ludwigsburg und durch Waiblingen, bevor die Radler dann über den Pragsattel in den Talkessel einfahren. Regionalsender berichten an allen vier Tagen live vom Rennen, ZDF und ARD steigen am Wochenende in die Live-Berichterstattung ein. „Wir erwarten 1,5 Millionen Zuschauer am Tag, wie bei der Tour de France“, sagte Pietsch.

Die Deutschland-Tour sei keine reine Elite-Veranstaltung, sondern richte sich an alle Radfahrer, sagt der Projektleiter. Die Jedermann-Touren starten am 26. August auf dem Schlossplatz, es gibt eine große Runde durch die Region und eine kleine durch die hiesigen Weinberge.

Die Stadt Stuttgart hat sich auf den Renntag vorbereitet – mit einem gemeinsamen Konzept wollen der Veranstalter, die Amaury Sport Organisation (ASO), die Integrierte Verkehrsleitzentrale (IVLZ) und die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) ein Verkehrschaos verhindern. „Das Rennen findet unter Vollsperrung statt“, so Pietsch, die Menge der Radfahrer lasse keine andere Möglichkeit zu. Die Herausforderung sei groß, sagte IVLZ-Leiter Ralf Thomas. „An Sonntagen ist der Verkehr zwar um 20 Prozent gegenüber Wochentagen reduziert. Das heißt im Umkehrschluss aber, dass 80 Prozent durch die Stadt rollen.“

Die Autofahrer müssen sich am Radsonntag auf Schwierigkeiten einstellen. Die längste Sperrung betrifft die Theodor-Heuss-Straße (B 27), wo der Zieleinlauf stattfindet. Sie ist von 5 bis 23 Uhr gesperrt. Die vor dem Hauptbahnhof verlaufende Schillerstraße wird zwischen 11.30 bis 18 Uhr bis zum Gebhard-Müller-Platz dicht gemacht, nur Busse und Taxen dürfen sie weiter anfahren.

Zudem sperrt die Stadt die Spuren der B 27 im Planie-Tunnel. Liederhalle und Bosch-Areal blieben hingegen über den Tunnel erreichbar. Zwischen 15 und 18 Uhr ist er auch die einzige Möglichkeit, um ins Hospitalviertel zu gelangen. Weiter in den Stuttgarter Westen geht es ab 15 Uhr allerdings nicht, die Schlossstraße ist ab Berliner Platz (Liederhalle) gesperrt, auch die Stadtbahnlinie U 4 Richtung Hölderlinplatz fährt nicht. Die SSB hat ihre Fahrpläne an die Sperrungen angepasst.

Folgenreich dürfte auch die Sperrung der B 14 sein. Da die Radler aus Waiblingen nach Stuttgart rollen, ist die Bundesstraße stadtauswärts von 11 bis 18 Uhr nicht befahrbar. Weitere Straßensperrungen wird es in Mühlhausen, Münster, am Pragsattel und im Stuttgarter Norden geben. „Der Pragsattel ist komplett gesperrt, dafür ist der Tunnel offen“, so Ralf Thomas.

Thomas sagte, dass es Umleitungen geben werde, allerdings nicht für jede Strecke. „Wir hoffen, dass wir die Strecken je nach Rennverlauf früher wieder öffnen können.“ Der Veranstalter weist darauf hin, dass im gesamten Streckenbereich absolutes Halteverbot gilt. Große Plakate kennzeichnen die Rennstrecke, zusätzliche Halteverbotsschilder sollen die Sicherheit der Radler garantieren.

Die IVLZ schaltet ab nächster Woche über Vario-Tafeln Informationen, am Tag selbst beobachten IVLZ, Polizei und SSB die Situation in enger Absprache. „Wir appellieren dringend an die Bürger, am Renntag auf das Auto zu verzichten und auf den öffentlichen Nahverkehr oder auf das Fahrrad umzusteigen“, sagte Ralf Thomas.

50 000 Besucher werden erwartet

In vier Etappen führt die erste Deutschland-Tour seit 2008 vom 23. bis 26. August durch fünf Bundesländer. Es nehmen 22 Teams teil. Ein großer Tross von 50 bis 70 Personen begleitet das Feld der Profi-Radler.

4000 Streckenposten sind entlang der Strecke positioniert, davon 800 in der Region Stuttgart. Der Veranstalter, die französische Amaury Sport Organisation (ASO), rechnet mit bis zu 50 000 Besuchern.

Fragen zur Verkehrssituation werden vom 24. bis 26. August von 8 bis 18 Uhr am Infotelefon unter (07031) 6320 388 beantwortet. Anfragen sind auch schriftlich an die E-Mail-Adresse verkehr@deutschland-tour.com möglich. tjb

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