Verbot Stuttgart schließt Wildtiere aus

Stuttgart / Caroline Holowiecki 27.01.2017

Es ist beschlossen. Ab April 2019 dürfen Zirkusse in Stuttgart keine Wildtier-Nummern mehr zeigen. Der Gemeinderat hat sich am Donnerstag dem Votum des Ausschusses für Wirtschaft und Wohnen vor gut einem Monat sowie des Verwaltungsausschusses von Mittwoch angeschlossen. Beide Gremien hatten sich mehrheitlich für ein verschärftes Wildtierverbot  ausgesprochen – in erster Linie aus Tierschutzgründen. Bereits seit Anfang 2011 sind nach dem  Stuttgarter Modell Vorstellungen mit Wildtieren nur noch auf dem Wasen zugelassen. Nach dem aktuellen Beschluss dürfen Bären, Straußen, Elefanten oder Großkatzen nach der Übergangszeit auch dort nicht mehr gezeigt werden. Betroffen ist unter anderem der Weltweihnachtscircus, wobei dessen Betreiber angekündigt hat, Stuttgart mit einem modifizierten Programm  treu bleiben zu wollen, wie der Erste Bürgermeister Michael Föll erklärte.

 Sowohl das Aktionsbündnis „Tiere gehören zum Circus“ als auch die Deutsche Gesellschaft der Circusfreunde hatten zuvor versucht, den Entschluss abzuwenden und sich in offenen Briefen zu Wort gemeldet. Weder gebe es „systemimmanente“ Tierschutzprobleme noch Beanstandungen seitens der Amtstierärzte. Auch widerspreche ein Verbot dem Grundrecht der Berufsfreiheit. Der Berufsverband der Tierlehrer hatte sich ebenfalls kurz vor der Sitzung noch an die Verwaltung und die Räte gewandt und sich gegen ein Verbot ausgesprochen, ließ Föll wissen.

 Letztlich überzeugten deren Argumente eine Mehrheit der Räte nicht. 29 Stadträte sprachen sich für das Verbot aus, 19 dagegen, sieben enthielten sich. car