In Stuttgart lebt‘s sich sicherer. Laut der neuen Kriminalstatistik wurden im vergangenen Jahr knapp acht Prozent weniger Straftaten verübt als im Jahr zuvor, im Vergleich zu 2015 waren es sogar mehr als 18 Prozent weniger (landesweit binnen zwei Jahren: minus sechs Prozent). 54 255 Straftaten wurden in der Landeshauptstadt registriert, laut dem Polizeipräsidenten Franz Lutz ist das der niedrigste Wert seit mehr als zehn Jahren. Auch stieg die Aufklärungsquote leicht auf 64,3 Prozent (Landesschnitt: 62,4 Prozent). „Wir gehören zu den drei sichersten Städten im Bundesgebiet, neben München und Nürnberg“, betonte Lutz.

 Den Erfolg führt er zum einen auf die erfolgreiche Prävention zurück, etwa im Bereich Einbrüche. Hier sei nach unrühmlichen Top-Jahren die Zahl mit 662 registrierten Taten (2016: 685) auf den niedrigsten Wert seit 2009 gesunken, erläuterte Norbert Walz, der Polizeivizepräsident. 50 Prozent aller Coups seien im vergangenen Jahr gescheitert. Auch spielt nach Ansicht des Polizeichefs die sichtbare Präsenz von Beamten in der Stadt eine entscheidende Rolle. „Wir investieren mehr als 100 000 Einsatzstunden pro Jahr“, sagte Lutz, auch bildeten die etwa 700 Streifenbeamten den mit Abstand jüngsten Steifendienst im Land.

Weniger Taschendiebstähle

Das fruchtet offenbar, die Zahl der Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum ist um knapp acht Prozent auf 3528 Einzelfälle geschrumpft. Um neun Prozent auf 8108 Straftaten hat zudem die Straßenkriminalität abgenommen, dazu zählen Taschendiebstähle. In den Bereich der „abenteuerlichen Interpretationen“ verwies Lutz den Eindruck, Flüchtlinge machten besonders viel Ärger. Tatsächlich seien im vergangenen Jahr 48,5 Prozent aller Straftaten von Ausländern verübt worden, unter denen seien aber nur 13,2 Prozent Flüchtlinge gewesen. Vor einem Jahr noch sei deren Anteil an allen nichtdeutschen Tatverdächtigen um knapp 25 Prozent höher gewesen. Laut Lutz ist das der guten Integration geschuldet.

 Das heißt aber längst nicht, dass in der Landeshauptstadt alles im Lot ist. Während die Straftaten gegen das Leben mit 30 versuchten oder vollendeten Tötungsdelikten leicht zurückgingen (minus fünf Taten), gibt es mit Drogen ein eklatantes Problem (plus fünf Prozent auf 5153 Delikte). Rüdiger Winter, der Leiter der Kriminalpolizei, sprach von einem „Allzeithoch“. Fast drei Viertel aller Fälle drehten sich ums Kiffen, 18 Menschen brachte ihre Rauschgiftsucht ins Grab. Knackpunkt: Drogen seien in Stuttgart gut verfügbar. Winter: „Fast überall, wo wir heute hinfassen, sind Betäubungsmittel im Spiel.“