Mobilität Startschuss für Sammeltaxis in Stuttgart

Taxifahrer in Stuttgart bekommen Konkurrenz.
Taxifahrer in Stuttgart bekommen Konkurrenz. © Foto: Deutsche Bahn
Stuttgart / Uwe Roth 18.05.2018

Taxifahrer in Stuttgart haben in den Abend- und Nachtstunden neue Konkurrenz bekommen: Das Unternehmen Clevershuttle mit Sitz in Berlin lässt ab sofort in der Landeshauptstadt seine deutschlandweit fünfte Flotte fahren. Die zehn Fahrzeuge sind wasserstoffbetrieben und eine Art Sammeltaxi, das per App gerufen wird. Geschäftsführer Bruno Ginnuth sagte bei der Vorstellung am Donnerstag, die Clevershuttle-Preise seien zwischen 40 und 50 Prozent günstiger als die eines Taxis. Dies sei möglich, weil sich in der Regel die Kosten einer Fahrt auf mehrere Passagiere verteilten. Erfährt die App bei der Bestellung den Abholungsort und das Ziel, berechnet sie den Fahrpreis. Im Stadtgebiet liege dieser meist unter dem Schwellenwert von zehn Euro.

Der Preis pro Person ist fix, egal wie lange die Fahrt tatsächlich dauert und wie viele Fahrgäste sich das Shuttle teilen. Der Betrag wird abgebucht oder kann dem Fahrer in bar bezahlt werden. Ridesharing-Service nennt sich das. Noch sind die Fahrzeiten in Stuttgart von Montag bis Donnerstag auf 18 bis 1 Uhr beschränkt. Freitags und samstags besteht der Service bis 4 Uhr, sonntags bis Mitternacht. Außerdem fährt die Flotte im Wesentlichen nur in der Innenstadt.

Ginnuth kündigte an, dass mit zunehmender Nachfrage das Angebot ausgeweitet werde. Clevershuttle ist ein 2014 gegründetes Start-up-Unternehmen mit 60 Mitarbeitern und 150 Fahrzeugen, die mit Wasserstoff oder rein elektrisch betrieben werden und neben Stuttgart in Berlin, Hamburg, München und Leipzig fahren. Frankfurt soll folgen. Die Fahrer sind nach Auskunft von Ginnuth angestellt und bekommen 12,50 Euro in der Stunde. Aktuell sucht das Unternehmen für Stuttgart Mitarbeiter mit einem Personenbeförderungsschein. Taxifahrer seien anfangs zögerlich zu wechseln. In Berlin gebe es inzwischen aber sogar eine Warteliste. Ginnuth versicherte, dass sein Unternehmen ein gutes Verhältnis zum Taxigewerbe habe.

Neben dem Stuttgarter Autobauer Daimler ist die Deutsche Bahn (DB) mit 19 Prozent an Clevershuttle beteiligt. Dirk Rothenstein, Chef der Stuttgarter S-Bahn, bezeichnete die Flotte als umweltfreundliche Möglichkeit, den Weg zwischen Bahnhof und Wohnort zu überbrücken – ein wertvoller Beitrag im Kampf gegen Schadstoffe.

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