Wohnungsnot Städtische Gebäude stehen seit langem leer

Aktivisten fordern die Sanierung des städtischen Gebäudes.
Aktivisten fordern die Sanierung des städtischen Gebäudes. © Foto: Maijan Murat, dpa
Stuttgart / Daniel Grupp 16.06.2018

Der Druck, bezahlbaren Wohnraum in Stuttgart zu schaffen, bleibt hoch. Aktivisten haben am Donnerstagabend kurzzeitig ein städtisches Gebäude an der Daimlerstraße in Bad Cannstatt  besetzt und, wie angekündigt, noch in der Nacht wieder geräumt. Gegen 22.15 Uhr seien die ersten Demonstranten wieder abgerückt, berichtet die Polizei. 

Nach Ansicht eines Polizeisprechers war die Aktion keine richtige Hausbesetzung, eher eine Art Demonstration gegen Wohnungsnot und Mietpreise. Die meisten Teilnehmer hätten sich im Hof vor den dortigen Häusern aufgehalten. Nach Einschätzung der Polizei eignen sich die Gebäude ohnehin nicht zur Hausbesetzung, da sie in einem derart schlechten Zustand sind. Er spricht von Abbruchgebäuden. 

Die Abwägung, Abriss oder Sanierung, nehmen gerade städtische Ämter vor. „Es wird geprüft, was wird abgerissen, was modernisiert“, berichtet der Sprecher der Stadt, Sven Matis. Ein Vorschlag für die Gemeinderatsgremien werde vorbereitet. Die drei Gebäude an der Ecke Daimlerstraße/Veielbrunnenweg gehören laut Matis seit 2007 der Stadt. Dort hätten früher 22 Mietparteien gewohnt. Die letzten Mieter seien Anfang 2017 in Ersatzwohnungen gezogen. Die Stadt arbeite seit längerem an einem Konzept. Früher sei vergeblich ein Käufer gesucht  worden. 

Die Aktivisten wollen auf Missstände auf dem Wohnungsmarkt hinweisen. Im Umfeld der Generaldebatte Wohnen im Gemeinderat haben sie am Donnerstag ihren Protest im Rathaus und auf dem Marktplatz deutlich gemacht. Nach der Kundgebung sind sie dann offenbar zur „Hausbesetzung“ nach Cannstatt gefahren. Mehr als 100 Menschen hätten den Wohnkomplex besetzt und wollten „auf die Untätigkeit der Stadt und ihre Möglichkeiten gegen Wohnungsnot, Mietenwahnsinn und Verdrängung aufmerksam machen“, heißt es in einer Stellungnahme. Die sanierungsbedürftigen Häuser stünden seit Jahren leer.

Die Gemeinderatsfraktion der Grünen hat sich des Themas angenommen. Sie fordert, dass die Städtische Wohnungsbau-Gesellschaft die Häuser zur Wohnraumnutzung saniert.

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