Sicherheit Stuttgart hält an Glasverbot während WM fest

Gläser können schnell zu Wurfgeschossen werden.
Gläser können schnell zu Wurfgeschossen werden. © Foto: Patrick Seeger/dpa
Stuttgart / dl 27.06.2018

Die Landeshauptstadt verteidigt ihr Glasverbot, das während der Fußball-WM im Außenbereich von rund 40 Gastronomie-Betrieben in der Innenstadt gilt. Man habe das Verbot in Absprache mit der Polizei zum Schutz von Passanten, Fans und Einsatzkräften erlassen, teilt Martin Schairer mit.

Der Ordnungsbürgermeister reagiert damit auf Medienberichte, in denen sich Gastronomen und Gäste kritisch über das Verbot geäußert hatten. Tenor: unwirtschaftlich und umweltschädlich, da stattdessen Plastikbecher ausgegeben werden müssen. Zumal die Stadt erst jüngst verkündet hatte, ein Pfandbecher-System einführen zu wollen, um die Flut an Coffee-to-go-Bechern einzudämmen. Ihrer Einschätzung nach werden in Stuttgart täglich rund 80.000 Einwegbecher entsorgt.

Unabhängig davon steht auch Polizeidirektor Carsten Höfler hinter dem Glasverbot. Dieses sei ein sinnvoller Beitrag. Denn wenn sich bei WM-Feiern Fangruppen ballten und viel Alkohol konsumiert werde, könne es schnell passieren, dass Gläser und Flaschen bei Streitereien als Waffe eingesetzt würden. „Mit teilweise schweren Verletzungen.“ Zwar könne man theoretisch auch Glasbehältnisse von zu Hause mitbringen und diese umfunktionieren. Die Erfahrung der Polizei zeige aber, dass diese spontan als Wurfgeschoss genutzt würden.

Konkret betroffen sind 40 Anlieger der Feier- und Korsostrecke, zu der unter anderem die Theodor-Heuss-Straße und der Rotebühlplatz gehören. Die Anordnung ist nicht neu, sondern gilt bereits seit der WM 2006. Die Gastronomen wurden laut Stadt im Vorfeld informiert.

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