Bauarbeiten Spezialsteine für bessere Luft

Der neue Belag  in der City soll Stickoxide neutralisieren.
Der neue Belag in der City soll Stickoxide neutralisieren. © Foto: Foto: Dominique Leibbrand
Dominique Leibbrand 30.11.2016

Kann man an der Kronprinzstraße bald besser durchatmen als andernorts in Stuttgart? Zumindest wird dort derzeit ein neuer Belag mit besonderen Fähigkeiten verlegt: Der Beschichtung wurde Titandioxid beigemischt. Und diesem wird nachgesagt, Schadstoffe wie Stickoxide zu binden und damit sozusagen zu neutralisieren. In der Theorie und im Labor funktioniere das, sagt Jürgen Mutz vom Stuttgarter Tiefbauamt. Ob sich das Titandioxid aber auch in der Kronprinzstraße gegen schädliche Partikel in der Luft durchsetzen könne, bleibe abzuwarten. Im Sommer 2017 sollen mehr als 5000 Quadratmeter des neuen Belags an dem Platz zwischen König- und Calwer Straße verlegt sein. Das Amt für Umweltschutz werde dann Messungen durchführen, so Mutz. Dass man den Spezialbelag überhaupt ausprobiert, liegt auch daran, dass das Budget von 2,5 Millionen Euro für die Umgestaltung der Straße nicht ausgereizt worden war, die 35 000 Euro für die Beimischung des Titandioxids also noch zur Verfügung standen.

Feinstaub-Alarm läuft weiter

Es ist eine von 40 laufenden, neuen und weiterentwickelten Maßnahmen, die helfen sollen, die Luft in Stuttgart besser zu machen. Neben Mooswand, Lkw-Fahrverbot und Umweltzone ist der Feinstaub-Alarm die öffentlichkeitswirksamste. Aktuell läuft der dritte Alarm dieses Herbstes – zunächst bis einschließlich Donnerstag. Wie es danach weitergeht, ist nach Angaben der Stadtverwaltung noch unklar.

Aktuell liegen die Werte für Feinstaub an der Messstelle Neckartor unter dem EU-Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Die austauscharme Wetterlage sei nicht so stark wie in der vergangenen Woche, sagt Stadtklimatologe Ulrich Reuter, als die Feinstaub-Konzentration laut vorläufigen Werten teils auf 131 Mikrogramm stieg. Zudem ströme seit dem Wochenende skandinavische Frischluft in den Kessel, die die Schadstoff-Konzentration leicht verdünne. Mitte der Woche sei damit aber schon wieder Schluss. Mit einer Überschreitung des EU-Grenz­werts müsse weiter gerechnet werden. Dominique Leibbrand