Würdigung Späte Ehre für den Alt-OB Manfred Rommel

Nach Manfred Rommel wird ein Platz benannt.
Nach Manfred Rommel wird ein Platz benannt. © Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Stuttgart / Rainer Lang 18.08.2018

Es ist Tradition in Stuttgart, Straßen und Plätze nach verstorbenen Stadtoberhäuptern zu benennen. Die Lautenschlagerstraße und der Arnulf-Klett-Platz sind nur zwei Beispiele. Aber dass der populäre Manfred Rommel mit dem nach ihm benannten Flughafen abgespeist werden sollte, das hat seinem langjährigen Weggefährten, dem früheren Finanzbürgermeister Klaus Lang, gar nicht gefallen. Denn im Sprachgebrauch hat sich Manfred-Rommel-Flughafen nie durchgesetzt.

So drohte die Erinnerung an den Alt-OB zu verblassen. Der CDU-Politiker stand von 1974 bis 1996 an der Stadtspitze. Er hat mit seiner liberalen Haltung und als überzeugter Europäer Stuttgart zur weltoffenen Stadt gemacht. In der Ausländerpolitik stellte er die Weichen für eine beispielhafte Integrationspolitik, die bis heute ein Markenzeichen ist.

Launige Sprüche

Allen Kritikern zum Trotz rechtfertigte er 1977 die Beisetzung der RAF-Terroristen Andreas Baader, Jan-Carl Raspe und Gudrun Enss­lin, die in der Haft in Stammheim Selbstmord verübt hatten, auf dem Dornhaldenfriedhof mit dem Satz: „Mit dem Tod muss alle Feindschaft enden.“  Dass Rommel seine Reden mit launigen Sprüchen würzte und  virtuos mit dem Weltgeist des schwäbischen Groß-Philosophen Georg Friedrich Wilhelm Hegel seine Argumente unterfütterte, ist legendär.

Klaus Lang, der heute dem Verein der Immobilienbesitzer, „Haus und Grund“, vorsteht, will, dass all das auch entsprechend gewürdigt wird. Deshalb stieß er 2017 eine Debatte über einen geeigneten Ort im Stadtzentrum für die Namensgebung an. Parteiübergreifend gab es Zustimmung. Weil die CDU-Gemeinderatsfraktion zögerte, drohte das Parteimitglied sogar mit Austritt.

Nach längerer und zum Teil heftig geführter Debatte fiel die Wahl auf das Dach des unterirdischen S-21-Bahnhofs. Der hieß schon Straßburger Platz, wird aber in Rommel-Platz umbenannt. Da dieser wohl erst 2025 fertig wird, ist eine symbolische Umbenennung Ende des Jahres geplant. Denn diese soll Liselotte Rommel, die Witwe, noch miterleben. Feierlicher Rahmen ist die Eröffnung einer Rommel-Ausstellung im Stadtmuseum am 13. Dezember. Dabei wird auch der erste Gewinner des Rommel-Stipendiums vorgestellt.

Der Termin liegt zwischen dem fünften Todestag Rommels – er starb am 7. November 2013 – und dem 90. Geburtstag am 24. Dezember. Noch zu Lebzeiten wurde der Alt-OB übrigens an seinem Wohnort in Stuttgart-Sillenbuch geehrt. 2005 wurde im alten Ortsteil, wenn auch informell, der kleine Liselotte-und-Manfred Rommel-Platz aus der Taufe gehoben.

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