Ferien Sommerspaß zum Nulltarif

Wer sich auf die Schwerterausstellung im Alten Schloss, die im Herbst eröffnet wird, vorbereiten möchte, kann Anfang September bei einem Workshop den Schwertkampf üben.
Wer sich auf die Schwerterausstellung im Alten Schloss, die im Herbst eröffnet wird, vorbereiten möchte, kann Anfang September bei einem Workshop den Schwertkampf üben. © Foto: Landesmuseum Stuttgart
Stuttgart / Von Barbara Wollny 07.08.2018

Ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis ist das Hauptkriterium eines gelungenen Urlaubs. Das belegen Umfragen. Danach müsste Urlaub in Stuttgart fast unschlagbar sein. Denn viele der Sommerangebote sind für wenig Geld zu haben oder gleich kostenfrei. Zum Beispiel die Schätze der Staatsgalerie. Weil Stuttgarts Kunstinstitution dieses Jahr 175 Jahre alt wird, sind bis zum 26. August der Eintritt in die ständige Sammlung und die Geburtstagssonderausstellung „Mein Museum“ frei. Jeweils donnerstags gibt es Führungen zu verschiedenen Aspekten des Museums. Parallel läuft in der Graphischen Sammlung eine umfangreiche Ausstellung der Werke von Ernst Ludwig Kirchner.

Wer selbst aktiv werden möchte, kann sich in der Werkstatt des Hauses beim „Kreativen Gestalten“ betätigen. Oder man begibt sich mit der Staatsgalerie auf ein ganz neues Terrain. Anfang September startet eine achtteilige Veranstaltungsserie, in der durch bewusste Wahrnehmung und Betrachtung von Kunst Stress reduziert werden soll.

Von Napoleon bis zum Stuttgart 21-Bauzaun: Ohne Kosten können Besucher im August im Haus der Geschichte durch 200 Jahre Landeshistorie bummeln. Die Aktion „Der Sommer geht aufs Haus“ bietet Geschichten zum Nulltarif und etliche Extratouren. Die Familienführungen zum Thema „Reisen früher“ am 12. August oder zur Gründung Baden-Württembergs am 26. August kosten jeweils 5 Euro für Erwachsene, 1 Euro für Kinder.

Erst Surfen, dann Skateboarden

Ein Haus weiter in der Museumsmeile liegt Stuttgart am Meer. Im Sommerfestival des Stadtpalais wird vor dem Gebäude auf einer Welle bis 12. August gesurft. Es folgt eine Skateboardwoche, dann geht es ums Fahrrad und schließlich um Basketball. Wem das zu sportlich ist, der kann ab Ende August bis zum 9. September im Workshop „Stadt am Fluss“ am, im oder unter Wasser bauen – für 10 Euro pro Familie.

Im Porsche Museum ist man der Meinung, dass Ferien dann am entspanntesten sind, wenn der Nachwuchs gut beschäftigt ist. Zum siebten Mal startet das kostenlose Ferienprogramm für Kinder im Alter von fünf bis 13 Jahren. „Wir möchten mit spielerischen Aktionen vermitteln, wie spannend Autogeschichte sein kann“, sagt Achim Stejskal, Leiter des Porsche Museums. Eltern und andere Erwachsene können sich derweil in einer Lounge innen oder auf der Dachterrasse entspannen – Autoliteratur und Porsche-Filme sind ausreichend vorhanden.

„Im Mercedes-Museum ist immer was los“, versichert Friederike Valet. Am 16. August beginnt das Open-Air-Kino, jeden Sonntag ist Oldtimer-Treff beim Museum, eine Sommerlounge hat die ganze Zeit geöffnet. Für Kinder gibt es ab 21. August eine Woche Ferienprogramm für 10 Euro pro Tag, inklusive Mittagessen  und Snacks, bevor am 9. September die Sonderausstellung zum 125. Geburtstag des VfB öffnet.

In den beiden Naturkundemuseen konzentrieren sich die Ferienangebote auf die erste Septemberwoche. Dann gibt es für kleine Forscher Kinderführungen und Workshops, unter anderem einen Präparationskurs.

Im Lindenmuseum steht das Programm für Erwachsene unter dem Motto „Ist selbstbestimmte Zeit gleich Freizeit?“. Es befasst sich anhand spezieller Objekte mit Freizeitphänomenen verschiedener Kulturen. An drei Sonntagen werden Spiele aus der Ostasien und Südostasien-Abteilung erklärt und ausprobiert.

Das Kunstmuseum genehmigt sich eine Sommerpause, bevor es mit neuen großen Ausstellungen in den Herbst startet. Die Kunstführungen finden dennoch nahezu täglich statt. Schräg gegenüber im Landesmuseum Altes Schloss kann man „sein eigener Held“ werden. In Vorbereitung der Schwerter-Ausstellung im Herbst können Kinder und Jugendliche schon einmal selbst die Grundlagen des Schwertkampfes ausprobieren und sich dabei von den Trainern der Gladiatores Stuttgart, einer Schule für das europäische historische Schwertfechten, anleiten lassen. Das soll Körper und Geist gleichermaßen fördern, strategisches Denken und Fitness steigern. Solchermaßen trainiert sollte man nach dem Urlaub wieder fit für die Herausforderungen in Schule oder Betrieb sein.

Infokasten
Abstand vom Alltag gewinnen

Psychologen wissen, dass man den Alltag am schnellsten vergisst, wenn man in den Ferien Neues macht oder lernt. Zum Beispiel an der Volkshochschule. Die Stuttgarter gehört mit ihren 200 000 Teilnehmern pro Jahr zu den größten Bildungseinrichtungen Deutschlands und macht auch im Sommer nicht zu.  Die Angebotspalette reicht von Kreativem Schreiben, Trommeln, Yoga oder Fitness bis zu einwöchigen Kompakt-Sprachkursen – falls man 2019 doch wieder verreisen möchte. bw

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