Sie gilt als eine der kniffeligsten Baustellen für das Milliardenprojekt Stuttgart 21: die offene Untertunnelung der mehr als 100 Jahre alten Bahndirektion im Stadtzentrum. Wie Bauleiter Michael Pradel am Dienstag schätzte, dürfte die Erhaltung des Gebäudes am Ende knapp 50 Millionen Euro mehr gekostet haben als der Abriss.

Der von der Bahn gewünschte Abriss des Gebäudes kam allerdings für die Stadt Stuttgart nicht in Frage. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und die Stadt pochte darauf, es zu erhalten. Die aufwendige Sanierung war daher ein Stück weit alternativlos.

Ein 15 000 Tonnen schwerer Teil des 1913 errichteten Gebäudes „schwebt“ derzeit noch auf provisorischen Pfählen über der Baustelle. Darunter wird in offener Bauweise ein zentraler Tunnel für den neuen Stuttgarter Bahnknoten errichtet. Durch diesen Tunnel werden in Zukunft die Züge zwischen dem neuen Hauptbahnhof und Feuerbach sowie Bad Cannstatt rollen.