Botanik Schön, aber schwierig in der Pflege

Kennt sich aus mit Fuchsien: Tobias Egner.
Kennt sich aus mit Fuchsien: Tobias Egner. © Foto: Wilhelma
Tilman Baur 19.06.2017

Sie schmückt viele Balkone und Terrassen: Die Fuchsie. Ursprünglich kommt die begehrte Zierpflanze allerdings nicht aus Mitteleuropa, sondern aus Süd- und Mittelamerika. Dort wächst sie an Berghängen in bis zu 3000 Metern Höhe und am Rand tropischer Regenwälder. Vögel, meist Kolibris, bestäuben die Pflanzen. Das erledigen in unseren Breiten Bienen und Hummeln.

Die erste Fuchsie in Europa züchteten Engländer um das Jahr 1830 mit der Sorte „Fuchsia Fulgens“. Dass die Pflanze überhaupt ihren Weg nach Europa fand, verdankt sie dem französischen Paulanermönch Charles Plumier, der Ende des 17. Jahrhunderts im Auftrag seines Königs eine botanische Forschungsreise in die Neue Welt antrat.

Fündig wurde Plumier in den Gebirgen von Santo Domingo auf der Insel Hispagnola. Als „drei­blättrige Pflanze mit feuerroten Blüten“ beschrieb er seine Entdeckung und nannte sie „Fuchsia triphylla“. Mit dem Namen ehrte Plumier den aus dem bayerisch-schwäbischen Wemding stammenden Leonhart Fuchs. Der Deutsche gilt als Vorreiter der modernen Botanik, Naturheilkunde und Pharmakologie und brachte in Tübingen ein berühmtes Kräuterbuch heraus.

Im historischen Teil des Gewächshauses der Wilhelma ist die Fuchsienschau untergebracht. Das Gebäude aus königlicher Zeit erwärme sich im Winter schnell, heize sich dafür im Sommer aber umso schneller auf, erklärt Wilhelma-Gärtner Tobias Egner, der die Fuchsienschau betreut. Er und seine Kollegen müssen deshalb mindestens zweimal täglich die Pflanzen besprühen, um sie zu kühlen.

198 Fuchsiensorten in 46 Wildformen gibt es in der Wilhelma. Zwischen 800 und 900 Einzelpflanzen sind es insgesamt. Es waren auch schon einmal mehr. So schön die feingliedrige Fuchsie mit ihren prallen Farben anzusehen ist, so schwierig sei ihre Pflege. Den bei der Führung anwesenden Hobbygärtnern gibt Tobias Egner deshalb allerhand Tipps zur Pflege der Pflanze mit auf den Weg. So sei die Florfliege ein probates Mittel zur Schädlingsbekämpfung: „Sie ist wahnsinnig effektiv und frisst bis zu 300 Blattläuse am Tag.“