Monumente Schlemmen im Schlossgarten

Picknick war im Barock beliebt.
Picknick war im Barock beliebt. © Foto: Barbara Wollny
Stuttgart / Barbara Wollny 18.06.2018

„Mozzarellasalat und Schneckennudeln, Käsewürfel, Obstquark, Piccolo und Apfelsaft. Wir haben uns für den vegetarischen Picknickkorb entschieden“, zeigte sich Karin Bergmeister aus Stuttgart-Botnan zufrieden. Mit ihrer Mutter samt Hund und Picknickkorb genießt sie vor dem Schloss Solitude den weiten Ausblick auf Park und Stadt. 30 Euro haben sie in der Solitude-Gastronomie für den Inhalt bezahlt, für weitere zehn Euro dürfen sie auch den Weidenkorb behalten, der als Einkaufskorb umfunktioniert werden soll.

Neben ihnen haben sich elegante Damen im Reifrock und mit gepuderten Haaren auf dem gepflegten Grün niedergelassen. Das war zuvor sorgfältig von den Hinterlassenschaften der Enten und Gänse gesäubert worden. Die Kostümgruppen Arcobaleno und Bellissima aus Ludwigsburg zelebrieren ihr Picknick stilgerecht mit altem Porzellan und Kerzenleuchtern. Das Essen im Freien wurde in der Barockzeit im 18. Jahrhundert populär.

Neben den Picknickmöglichkeiten gab es weitere Attraktionen. Die ansonsten geschlossene Aussichtsplattform war geöffnet, eine Cellospielerin sorgte auch akustisch für die richtige Barockstimmung und die königliche Leibgarde von Herzog Carl Eugen exerzierte im Stechschritt durch Schlosshof und Vorplatz. Dann ließ sich auch der Herzog samt Gattin selbst blicken und gewährte einigen Untertanen, ihm ihre Sorgen vorzutragen.

Der achte Schlosserlebnistag des Arbeitskreises „Schlösser, Burgen und Gärten Baden-Württemberg“ lud in der Region Stuttgart außerdem zum Picknick an der Ludwigsburger Residenz, an der Grabkapelle und im Garten der Nürtinger Sammlung Domnick. Passend zum Genusswochenende „Stuttgart picknickt“ beteiligten sich die Staatlichen Schlösser und Gärten (SSG) mit dem gestrigen Schlosserlebnistag unter dem Motto „Essen und Trinken“ an der Aktion. „Wir brauchen immer wieder neue Anlässe, um die Menschen für unsere Monumente zu begeistern“, sagt Geschäftsführer Michael Hörmann. Seit 2009 veranstaltet die SSG, die im Südwesten 60 historische Monumente betreut, verstärkt Events, was die Besucherzahlen um mehr als ein Drittel gesteigert hat.

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