Tiefbau Rosensteinprojekt wird um 20 Millionen Euro teurer

Der Rosensteintunnel soll den B-10-Engpass beseitigen.
Der Rosensteintunnel soll den B-10-Engpass beseitigen. © Foto: Ferdinando Iannone
Stuttgart / Daniel Grupp 13.06.2018

Das Projekt Rosensteintunnel wird etwa 294 Millionen  Euro kosten, das ist ein weiterer Anstieg um 20 Millionen Euro. 2007 war noch mit 193 Millionen Euro kalkuliert worden. Die jüngste Hochrechnung präsentierte Projektleiter Christian Buch am Dienstag im Ausschuss für Umwelt und Technik. Die Stadt hatte den Kostenanstieg erwartet, er hängt mit dem Streit und der Trennung von einem Bauunternehmen zusammen, das einen Teil der Arbeiten erledigen sollte. Die Firma hatte bis zur Kündigung kaum noch an der Baustelle gearbeitet. Buch sieht darin den Versuch, bei der Stadt höhere Preise durchzusetzen.

Das Gesamtprojekt besteht aus zwei Teilen: Der Rosensteintunnel wird die B 10, wo bei der Wilhelma täglich ein Verkehrschaos herrscht, von den Fahrzeugen entlasten. Die Röhren des vierspurigen Tunnels unter dem Rosensteinpark sind ein Bypass zwischen Neckartal- und Pragstraße. Das Wilhelmaeck wird um 50 000 Fahrzeuge am Tag entlastet. Der Tunnel könnte laut Buch wie kalkuliert Mitte 2020 in Betrieb gehen.

Der Umbau des Verkehrsknotens am Mineralbad Leuze, wo die B 14 in Richtung Innenstadt abzweigt, wird hingegen teurer und später fertig. Nach der Trennung vom früheren Auftragnehmer ruhte ein  Teil der Arbeiten. Sie mussten neu und teurer vergeben werden. Projektleiter Buch rechnet mit der Fertigstellung Ende 2023. Die Mehrkosten will die Stadt beim früheren Auftragnehmer geltend machen. Ein Rechtsstreit läuft bereits.

Die Stadträte bewerten den Stand höchst unterschiedlich. Während die Befürworter des Projekts die Entlastung der Bürger vom Verkehr hervorheben, beklagen die Gegner die höheren Kosten. „Die Lebensqualität in der Stadt ist auch von Tunnelbauten abhängig“, sagte zum Beispiel Martin Körner (SPD). Christoph Ozasek (SÖS/Linke/Plus) erwiderte: „Wir hoffen, dass die Kollegen zur Vernunft kommen, was Tunnelbauprojekte anbelangt.“ Während Michael Conz (FDP) von einem tollen Infrastukturprojekt sprach, erklärte Björn Peterhoff (Grüne): „Für uns gehören solche Projekte der Vergangenheit an.“

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