Kultur Rock und Rapp im Landtag

Bis in die Morgenstunden hinein können die Besucher ein vielfältiges Programm genießen. Rocker, Rapper und Poetry-Slammer sorgen im Landtag für neue Töne.
Bis in die Morgenstunden hinein können die Besucher ein vielfältiges Programm genießen. Rocker, Rapper und Poetry-Slammer sorgen im Landtag für neue Töne. © Foto: PV Projekt Verlag
Stuttgart / Von Caroline Holowiecki 15.10.2018

Den Titel deutsche Kulturhauptstadt hat Stuttgart gerade erfolgreich verteidigt. Eine Studie, die 30 Städte unter die Lupe genommen hatte, attestierte der Schwabenmetrolpole das vielfältigste Angebot. Ob die Stadt die Auszeichnung zurecht trägt, können Besucher am kommenden Wochenende bei der Stuttgartnacht testen. An mehr als 60 Orten stehen Jazz, Ballett, Theater oder Tango im Mittelpunkt. Einiges fällt aber aus dem Rahmen.

Besondere Orte In der Stuttgartnacht öffnen sich Türen, hinter denen man keine Kultur vermutet. Im Landtag werden Bands, Rapper Toba und Beatboxer Pheel, Youtube-Star Jenny Marsala, Poetry-Slammer und Kabarettist Reiner Kröhnert den Ton angeben. Auch das Oberlandesgericht wird zum kulturellen Tatort: Juristen spielen Jazz und Theater. Neben einer Ausstellung und einem Quiz zeigt eine Gerichtszeichnerin ab 19 Uhr, wie sie arbeitet. Auf dem Friedhof Heslach sind im Wechsel Beerdingungsjazz und Gospels zu hören.

Besondere Angebote Oh là là, bei Frau Blum wird’s erotisch. Ab 19 Uhr zeigen Damen verschiedene Burlesque-Shows. Futuristisch kommen die Lichtinstallationen „Visual Piano“ im Stadtpalais daher. Das Rathaus ist wegen der 50-jährigen Partnerschaft mit Mumbai im Bollywood-Fieber. Dazu gibt es ab 19 Uhr Hennamalerei, Konzerte und Tanzshows. Im Hospitalhof gibt ab 19.30 Uhr der A-cappella-Popchor „Unerhörte Tonartisten“ den Ton an. Die Performances „Black Holes have no Hair“, die ab 19 Uhr jede Stunde in der Kirche St. Maria gezeigt werden, orientieren sich an den physikalischen Theorien von Stephen Hawking. Rund um die Waggons am Nordbahnhof geht es alternativer zu: mit Live-Tätowierungen, Schwarzlicht-Spielen und einem Tango-Flashmob (22 Uhr). Himmelstürmer wiederum können den ganzen Abend über vom Fernsehturm oder der Sternwarte in die Ferne schauen.

Besondere Touren Diverse Rundgänge ermöglichen neue Blicke auf die Stadt. Am Schlossplatz-Pavillon starten Literaturspaziergänge und Stäffeles-Touren. Wer urbane Kunst lieber mag, sollte sich die Streetart-Tour am S-Bahn-Stopp Nordbahnhof vormerken. Nichts für Schreckhafte sind die Geisterführungen, die ab 19 Uhr im 1,5-Stunden-Rhythmus an der Stuttgardia am Rathaus starten. Wer sich für die Regenbogen-Community interessiert, kann sich den schwul-lesbischen Szeneführungen (ab 19 Uhr im 1,5-Stunden-Rhythmus, Buchladen Erlkönig) anschließen. Am Hegel-Haus starten stündlich Stolperstein-Rundgänge. Wer wiederum mehr über die aktuellen Bauprojekte in Stuttgart wissen will, hängt sich an den Bauwunder-Spaziergang dran, die an der Oper beginnen.

Besondere Spätschichten Keine Lust heimzugehen? Ab Mitternacht beginnt in einzelnen Locations die Spätschichten. Das Innenstadtkino Cinema beispielsweise präsentiert bis tief in die Nacht Kurzfilme aus der Filmakademie Baden-Württemberg. Im Tangoloft legen Tänzer eine heiße Sohle aufs Parkett. Im Keller-Club beginnt der der Sonntag mit dem Gitarristen der Fanta-4, Markus Birkle, und seiner Band „Putze, Putze, Blues“ und später DJ-Musik. Und im Forum 3 erörtert der Referent Hans Bernd Neumann passenderweise die Frage „Nachts schlafen – ja oder nein?“

Infokasten
Karten für Angebote an 60 Orten

Die Stuttgartnacht ist am Samstag, 20. Oktober, zwischen 19 und 2 Uhr an mehr als 60 Orten in der ganzen Stadt. Karten zu 18 Euro (enthalten sind alle Eintritte plus VVS ab 12 Uhr) gibt es im Vorverkauf bei beteiligten Einrichtungen oder an der jeweiligen Abendkasse.

Regiorad-Leihräder dürfen nach der Registrierung kostenfrei genutzt werden. Einen speziellen Stuttgartnacht-Infostand gibt es ab 18 Uhr vor dem Rathaus.

Infos unter www.stuttgartnacht.de car

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