Varieté Reverenz ans Cannstatter Volksfest

Moderatorin Sandy Beach vor der Fruchtsäule.
Moderatorin Sandy Beach vor der Fruchtsäule. © Foto: Helmut Ulrich
Stuttgart / Raimund Weible 06.09.2018

Tigris, der biegsame Kontorsionist, tritt normalerweise im Matrosen-Look auf. Aber für die neueste Show des Friedrichsbau-Varietés, die am Freitag Premiere hat, wirft er sich ins Festzelt-Häs. Sein Hemd ist rotweiß kariert und die Hose im Trachten-Stil verziert. Lässt auch alles sehr seine Muskeln zur Geltung kommen.

Beim näheren Hinsehen erweist sich die Hose nicht aus Leder, sondern sich als Textilstück.  „Mit einer Lederhose hätte ich zu wenig Bewegungsspielraum“, sagt Tigris. So machte er sich auf die Suche nach einem Kleidungsstück, das ihm die Freiheiten lässt, die er benötigt bei seiner Hula-Hoop-Reifennummer.

In der neuesten Show „Servus, Grüezi und hallo“ sind alle Künstler wie Tigris trachtenmäßig angezogen. Denn die Show ist eine Reverenz an das Jubiläum des Cannstatter Volksfests, das diesen Herbst sein 200-jähriges Bestehen feiert. Sandra Steffl alias Sandy Beach wirbelt im Dirndl über die Bühne und führt kess moderierend durchs Programm. Bei den varieté-spezifischen Nummern bleiben alle Darsteller auf der Bühne und erzeugen Bierzelt-Stimmung.

Sie tanzen und schunkeln, prosten und jodeln zu, na klar, alpenländischer Musik nach Volksfestart. Regisseur Ralph Sun bedient sich bei Hubert von Goisern, bei den Zillertaler Schürzenjägern, Herbert Pixner und den einschlägigen Stimmungsmusik-Erzeugern und schafft so Party-Atmosphäre. Den Besuchern empfehlen die Varieté-Macher übrigens, sich ebenfalls in alpenländisches Gewand zu hüllen.

Auch wenn die Musik für manche etwas zu seicht ist: Die Artisten agieren auf gewohnt anspruchsvollem Niveau. Der italienische Comedy-Magier  Skizzo albert ständig auf der Bühne herum, aber als Solist zaubert er dann gekonnt mit Hütchen und Flaschen.

Die Küche passt sich der Programmatik an. Es gibt Zitronen-Hendl, Käsespatzen und Apfelküchle.

Info Die Produktion ist bis zum 10. November auf dem Programm. Näheres unter www.friedrichsbau.de

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