Als es 2016 darum ging, den Zuschlag für ein digitales Testfeld zu ergattern, gingen Stuttgart und Ludwigsburg, die sich gemeinsam beworben hatten, zugunsten von Karlsruhe leer aus. Autonomes Fahren soll in der Region nun aber dennoch erforscht werden, das Verkehrsministerium hält ein Trostpflaster für die beiden Städte bereit: Mit einer Million Euro fördert es ein Pilotprojekt, bei dem in den kommenden drei Jahren autonom fahrende Busse getestet werden sollen. „Automatisiertes Fahren ist eine Chance für den Busverkehr, weil Busse so flexibler und preisgünstiger fahren können“, teilte Uwe Lahl, Amtschef im Verkehrsministerium, am Donnerstag mit.

Wie der automatisierte Busverkehr in der Praxis funktionieren kann, soll in drei Stufen untersucht werden: Im Frühjahr wird ein Truck als mobiles Schulungszentrum inklusive eines echten Testbusses auf Tour durch Region und Land gehen. Für Bürger sollen fahrerlose Busse als Transportmittel so sichtbar und erfahrbar werden. Außerdem will man das Interesse der Nutzer kennenlernen.

Wie die Technik funktioniert und reagiert, soll ab dem dritten Quartal 2018 zudem in Stuttgart überprüft werden. Geplant ist laut dem Ministerium, dass ein Standardbus der Stuttgarter Straßenbahnen vollautomatisiert regelmäßige Arbeitsvorgänge im Betriebshof absolviert, beispielsweise die Fahrt durch die Waschstraße. Wichtig dabei sei herauszufinden, wie die Technik auf unvorhergesehene Einflüsse wie querende Personen reagiere.

In Ludwigsburg schließlich soll ab Anfang 2019 eine extra Buslinie eingerichtet werden, die sozusagen im Realbetrieb unterwegs sein wird. Sie soll im Gewerbegebiet westlich des Bahnhofs Fahrgäste aufnehmen. Wie diese Fahrkomfort, Sicherheitsgefühl und Ticketpreise bewerteten, wolle man dabei erfassen.

Neben Stuttgart und Ludwigsburg sind mehrere Partner in das Projekt involviert, die sich die Kosten von 2,9 Millionen Euro mit dem Land teilen. Darunter die Uni Stuttgart, das Informatik-Forschungszentrum Karlsruhe, die Firma Daimler und die Evobus GmbH.