Infrastruktur Region setzt auf digitale Intelligenz

Stuttgart / Daniel Grupp 06.11.2018

Häufiger, besser und verlässlicher sollen Regional- und S-Bahnen durch das digitale Zugsteuerungssystem ETCS (European Train Control System) fahren, erhofft sich Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). In der 21. Sitzung des Lenkungskreises Stuttgart 21 waren sich die Partner Land, Stadt, Deutsche Bahn und Region Stuttgart einig, dass der neue Bahnknoten und die Neubaustrecke Stuttgart-Ulm die moderne Steuerungstechnik erhalten soll. Schließlich wäre es „aberwitzig“, den Bahnhof auf Analogbasis zu bauen, meinte der für die Infrastruktur zustände Bahn-Vorstand Roland Pofalla nach dem Treffen. Laut Pofalla kann das ETCS-System in Stuttgart eine Kapazitätssteigerung von zehn Prozent bewirken.

Die digitalisierte Steuerung des Bahnverkehrs in Stuttgart gehört zu drei Projekten, die die Bahn plant. Insgesamt sollen bis 2025 1,7 Milliarden Euro investiert werden. In den S-21-Bereich sollen bis zum geplanten ETCS-Start im Jahr 2025 etwa 300 Millionen Euro gesteckt werden. Im Raum Stuttgart soll sich zeigen, dass die Digitalisierung im Nahverkehr funktioniert. Weil in Stuttgart eine zweite Röhre für die Stammstrecke der S-Bahn nicht machbar sei, setze die Region auf „digitale Intelligenz“, um die Kapazitäten zu steigern, erklärte der Vorsitzende des Regionalverbands, Thomas Bopp.

Der Bund soll zahlen

Die vier Partner im Lenkungskreis sehen den Bund in der Pflicht, weil Investitionen in die Infrastruktur eine Aufgabe des Staates ist. Pofalla erwartet, dass spätestens Anfang 2020 der Bund grünes Licht gibt. Das reiche dann bis zur Fertigstellung von S21.

Selbst wenn der Bund die Digitalisierung bezahlt, stehen Stadt, Land und Region vor großen Ausgaben – zum Beispiel in neue Züge. „ETCS ersetzt nicht den Ausbau der Infrastruktur“, sagte OB Fritz Kuhn (Grüne).

Der Lenkungskreis wurde auch über Kosten- und Zeitplan des Bahnprojekts informiert. Demnach gebe es keine Überraschungen, berichtete Hermann. „Es ist im Plan. Das ist beruhigend.“ Inzwischen seien alle Tunnel durch Anhydritschichten gebaut. Laut Hermann ist es zu keinen relevanten Hebungen gekommen.

Der Lenkungskreis hat auch den Brandschutz im Tiefbahnhof diskutiert. Der jüngste Brand eines ICE habe zu keiner neuen Sachlage geführt, berichtete OB Kuhn. Denn der Brandschutz im Bahnhof sei auf einen brennenden ICE ausgelegt. Kuhn: „Das muss funktionieren.“ Probleme gibt es beim Regionalbahnhof auf den Fildern. Der werde laut Minister Hermann nicht rechtzeitig mit S21 fertig. 

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