Ein Disziplinarverfahren gegen sich selbst hat der Stuttgarter Sozialbürgermeister Werner Wölfle (Grüne) beim Regierungspräsidium beantragt. „Ich wähle diesen Weg, auch zu meinem eigenen Schutz, um eine objektive und unparteiische Prüfung durch die zuständige kommunale Rechtsaufsichtsbehörde zu ermöglichen“, wird er in einer Mitteilung der Stadt zitiert.

Wölfle ist wegen seiner Zeit als Krankenhausbürgermeister bis Juli 2016 erheblich unter Druck geraten. In diese Zeit fällt der Korruptionsskandal der Auslandsabteilung des  Klinikums Stuttgart. Ein in jüngster Zeit bekannt gewordener SMS-Verkehr zwischen Wölfle und dem Leiter der Auslandsabteilung, Andreas Braun, legt nahe, dass der Bürgermeister stärker als bisher bekannt war, über das Geschäftsgebaren der Abteilung informiert war. Die Prüfung soll nun klären, ob die Vorwürfe gegen ihn gerechtfertigt sind, so Wölfle.

OB Fritz Kuhn (Grüne) hat von Wölfle eine „dienstliche Erklärung“ gefordert. Heute wird sich Kuhn zum Thema im Verwaltungsausschuss äußern.