Das Gebäude soll der Hingucker auf dem Pragsattel werden: Ein 90 Meter hohes Hochhaus, das so aussieht, als wären zwei Bauklötze verdreht aufeinander gestapelt worden, Glasfassade ringsum und zwei ausladende Terrassen. Der Turm ist Teil des neuen Bauprojekts des Sportwagenherstellers Porsche und des Bauunternehmens Bülow. Wenn Ende 2021 die Porsche-Niederlassung in Zuffenhausen aus ihrem jetzigen Domizil auszieht, bekommt sie an prominenter Stelle auf dem Pragsattel ein neues Zuhause – und als sei das nicht genug, entsteht daneben ein auffälliges Hochhaus.

Im Ausschuss für Umwelt und Technik stellte Daniel Baukus, Projektentwickler bei Bulöw, den neuen Entwurf vor. Die Planung enthält zwei Gebäude: Im Porsche-Zentrum sollen eine Ausstellungsfläche, eine Galerie und die Werkstatt aus der Niederlassung in Zuffenhausen Platz finden. Im Hochhaus sind Büroflächen geplant, aber auch ein Hotel, ein Restaurant und zwei Aussichtsterrassen.

Besonderen Fokus legte Baukus bei der Projektvorstellung auf den Porsche-Tower. Das 90 Meter hohe Gebäude soll unterteilt werden – in einen Sektor, der nur für Porsche-Mitarbeiter zugänglich ist und in einen öffentlichen Bereich. „Die unteren Etagen werden als Bürofläche genutzt“, erklärt er. An der Stelle, an dem die beiden Gebäude-Bauklötze verdreht aufeinander gesetzt sind, wird ein Restaurant entstehen. „Sozusagen als Schnittpunkt“, erklärt Baukus. Auf dieser Ebene sind auch zwei Terrassen geplant, eine Frühstück- und eine Abendterrasse, wie er sie nennt. Eine Bar wird es im Zentrum der Etage geben, sie und das Restaurant sollen für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Über dem Bistro plant das Unternehmen Bülow ein Vier-Sterne-Hotel mit 168 Zimmern. „Die meisten davon sind so geschnitten, dass man einen 180-Grad-Blick hat“, sagt Baukus. Und sie seien so ausgerichtet, dass die Gäste bei dem Blick aus dem Fenster entweder in die Weinberge schauen oder in die Stuttgarter City.

Der Entwurf, den Baukus den Fraktionen vorstellt, wurde nach einer Vorstellung im Gestaltungsausschuss bearbeitet. Michael Conz (FDP) kann der neuen Optik des Hochhauses nicht viel abgewinnen: „Es ist architektonisch nicht spannend, es ist banal.“ Er stellt fest: Wenn etwas im Gestaltungsbeirat behandelt wird, bedeute das nicht automatisch, dass es besser werde. Auch wenn der zweite Entwurf bei Jürgen Zeeb (Freie Wähler) keine Begeisterung auslöst, findet er: „Genau dort gehört so ein Bauwerk hin.“ Er ist stolz darauf, dass Porsche an diesem Standort investiert. Ganz anders sieht das Christoph Ozasek (SÖS-Linke-Plus). Für ihn ist das Porsche-Zentrum nur ein weiterer Showroom in einer Reihe von vielen. „Durch den Bau wird die Machtsymbolik des Autoherstellers verstärkt“, findet er. Baubürgermeister Peter Pätzold kann diese Ansicht nicht teilen: „Die Stadt ist sehr froh darüber, dass sich Porsche hier engagiert.“

Die Bauarbeiten sollen 2019 beginnen. Das Porsche-Zentrum, in dem die Niederlassung Zuffenhausen eine neue Heimat finden wird, soll möglichst Ende 2021 fertig sein. Mit dem Hochhaus könnte es noch ein wenig dauern. Eine Eröffnung ist nicht vor 2022 geplant.

Das erste Porsche-Hochhaus steht in Miami


Vor einigen Jahren ist Porsche auch ins Immobiliengeschäft eingestiegen und hat Hochhäuser entwerfen lassen.

Im Januar 2017 waren die Bauarbeiten des ersten Porsche-Towers beendet. Er befindet sich am Sunny Isles Beach in Miami und ist 195 Meter hoch. Highlight des 60-stöckigen Hochhauses ist ein Autoaufzug-System: Es bringt die Bewohner in ihrem Fahrzeug in ihr luxuriöses Zuhause. Jede Wohnung hat also sogenannte „Sky-Garagen“.

Ein zweiter Turm soll die Frankfurter Skyline bereichern. Die Bauarbeiten im Europaviertel laufen bereits und  werden 2020 abgeschlossen sein. sei