Konflikt Polizist mit Fahnenstange traktiert

Stuttgart / Raimund Weible 31.08.2018

Zu heftigen Konfrontationen zwischen Polizei und Personen aus der linken Szene ist es am Mittwochabend im Stuttgarter Süden gekommen. Sie entstanden nach dem Abschluss einer spontanen Kundgebung zu den Chemnitzer Vorfällen auf dem Marienplatz. Hier formierten sich laut Polizei etwa 80 Personen zu einem Block. Sie skandierten: „Dem rechten Mob keinen Meter.“ Dabei hätten sich diese Demonstranten mit Transparenten und Fahnen umgeben, um offenbar anonym zu bleiben. Aus dem Block heraus sei Pyrotechnik gezündet worden.

Die Polizei versuchte nach eigener Darstellung den Zug zu stoppen, der sich auf der Tübinger Straße Richtung Zentrum bewegte. Das sei geschehen, um mit einem Versammlungsleiter den Verlauf der Demonstration abzustimmen. „Wir müssen ja in einem solchen Fall Straßen sperren“, erläuterte ein Sprecher des Polizeipräsidiums. Die Teilnehmer hätten sich aber nicht kooperativ gezeigt.

Einige von ihnen hätten die Beamten niedergebrüllt und weggeschubst, heißt es in dem Bericht des Polizeipräsidiums. Auf Höhe der Christophstraße eskalierte die Situation, als die Polizei den Zug stoppte. Die an der Spitze gehenden Demonstranten hätten immer wieder versucht, die Kette der Polizei zu durchbrechen.

Empörte Reaktionen

Ein Beamter sei dabei aus der Absperrung gezogen und mit einer Fahnenstange traktiert worden, teilte die Behörde mit. Die Polizisten setzten Pfefferspray und Schlagstöcke ein, um ihren Kollegen zu befreien. Bei dem Handgemenge zogen sich drei Beamte leichte Verletzungen zu.

Empörte Reaktionen löste in der linken Szene ein Vorfall beim Rotebühlplatz aus, wo der Zug gestoppt worden war. Auf einem im Netz  verbreiteten Video ist zu sehen, wie ein bulliger Polizist auf Janka Kluge zugeht. Sie ist Landesgeschäftsführerin der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN). Kluge hatte sich zuvor auf dem Marienplatz als Versammlungsleiterin ausgewiesen. In der Szene schlägt der Beamte mit der Hand nach der Frau. Ein Kollege nähert sich ihm von hinten und versucht augenscheinlich, ihn zurückzuhalten.

Der Polizeisprecher kündigte die Auswertung der im Netz veröffentlichten Bilder und der polizeilichen Videoaufnahmen zu diesem Vorfall an. Nach ersten Erkenntnissen soll Kluge die Polizeikette umgangen haben und von hinten an einen Beamten herangetreten sein, um auf ihn einzuwirken. Es werde nun geprüft, ob der Beamte sich unrechtmäßig verhalten haben. „Wir haben nichts zu verheimlichen“, sagte der Sprecher.

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