Frühlingsfest Wasen: Polizei sagt Handyspannern den Kampf an

Stuttgart / Daniel Grupp 17.04.2018
Wirte, Fahrgeschäfte und Sicherheitskräfte bereiten sich auf den Wasen-Start am Samstag vor. Veranstalter hoffen auf 1,35 Millionen Besucher.

Abladen, Schrauben und Putzen sind derzeit auf dem Wasen die Hauptbeschäftigungen. An  einigen Stellen drehen Fahrgeschäfte wie das Riesenrad erste Proberunden. Wo sich in den nächsten Wochen die Besuchermassen drängeln werden, sind noch Sattelzüge und Lieferwagen unterwegs, die Material für Fahrbetriebe und Gastronomen anliefern. Noch ist viel zu tun, bis auf dem Wasen an diesem Samstag um 11 Uhr das 80. Stuttgarter Frühlingsfest seine Pforten öffnet. Die wichtigsten Themen:

Fassanstich Das Publikum darf sich am Samstag ab 11 Uhr auf dem Wasen vergnügen. Offiziell startet das Frühlingsfest mit dem Fassanstich um 12 Uhr. Während beim Volksfest OB Fritz Kuhn (Grüne) den Zapfhahn ins Fass treiben wird, ist beim Frühlingsfest sein Stellvertreter Michael Föll (CDU) dran. Im vorigen Jahr benötigte er drei Schläge. Föll wird hoffen, dass er es besser macht als im März bei der Tourismusbörse in Berlin. Bei einem Empfang der Tourismusgesellschaft „in.stuttgart“ löste Föll eine Bierfontäne aus, weil der Zapfhahn trotz vieler Hammerschläge nicht ins Fass wollte.  Der Schuldige sei in Berlin nicht Föll, sondern der defekte Zapfhahn gewesen, sagte jetzt „in.stuttgart“-Pressesprecher Jörg Klopfer. Mit dem 15-minütigen Musikfeuerwerk am Sonntag, 13. Mai, das um 21.30 Uhr beginnt, endet das Frühlingsfest.

Besucher Auf Kaiserwetter zum Start setzt Linda Brandl vom Landesverband der Schausteller. Nach zwei Jahren mit schlechtem Wetter, „hoffen wir auf die erwarteten Besucherzahlen“. Das sei für die Schausteller wichtig, weil sie jetzt in die Saison starten. Während 2017 wegen des Frosteinbruchs die Wildwasserbahn  einzufrieren drohte, wie „in.stuttgart“-Geschäftsführer Andreas Kroll berichtet, hofft er nun, dass das Frühsommer-Wetter für 1,35 Millionen Besucher sorgen wird. Im vorigen Jahr sind laut Kroll 1,3 Millionen Gäste gekommen. Weil zeitgleich zum Frühlingsfest andere Veranstaltungen wie zwei VfB-Heimspiele und der Porsche  Tennis Grand Prix im Umfeld stattfinden werden, raten die Veranstalter, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.

Preise Das Maß Bier kostet in den Zelten 10,30 Euro. Das halbe Hähnchen gibt es auch zu diesem Preis, erklärt Karl Maier vom Göckelesmaier-Zelt. Alkoholfreie Getränke kosten etwa vier Euro. Es gibt aber während des Frühlingsfests einige Sonderaktionen mit günstigeren Preisen. „Wir haben versucht, trotz steigender Kosten die Preise moderat zu halten“, betont Maier. Die Brauereien verlangten mehr, erklärt er. Der Aufwand für die Sicherheit sei gestiegen. Auch die Schausteller versuchten die Preise stabil zu halten, ergänzt Brandl.

Sicherheit Neben dem Securitydienst der Veranstalter wird die Polizei eine starke Präsenz zeigen. An den Wochenenden werden rund 120 Polizisten im Einsatz sein, berichtet der Leiter des Polizeireviers Bad Cannstatt, Thomas Engelhardt.  Die Polizei will besonders auf das „Upskirting“ achten. Das sind voyeuristische Fotos, bei denen Frauen Kameras, meist Smartphones, unter die Röcke gehalten werden. Wer beim Handy-Spannen erwischt wird, muss mit 700 Euro Buße rechnen. Außerdem sei das  Handy weg, sagt Engelhardt. Wer solche Bilder ins Internet stellt, dem droht ein Strafverfahren. Die Polizei werde zudem auf Gewalt und Alkoholkonsum achten. „Das größte Problem ist das Betriebsende“, ergänzt der Revierleiter. Wenn die Zelte schließen, neigten Betrunkene dazu, an der frischen Luft ihren Streit auszutragen. Da wünsche er sich einen spontanen Wolkenbruch.

Attraktionen Drei Festzelte mit vielen Veranstaltungen, das Almhüttendorf sowie weitere 40 Imbissbetriebe mit und ohne Biergarten sorgen für Unterhaltung und Verpflegung. Auch ohne Reservierung fänden die Gäste unter der Woche und später am Abend auch freitags und samstags eine Platz in den Bierzelten, erklärt Daniela Maier von Göckelesmaier. 119 Schausteller sind mit Fahrgeschäften und Vergnügungsbetrieben präsent. Der Alpen-Coaster, eine Achterbahn, eine neue Wildwasserbahn und die „Spassfabrik“, ein Laufgeschäft, sind neu in Stuttgart. „The Flyer“, ein hohes Kettenkarussell, und „Infinity“ gaben schon beim Volksfest ihr Stuttgart-Debut.

10 000 Menschen arbeiten im Festbetrieb

Öffnungszeiten Das Frühlingsfest ist von Montag bis Donnerstag von 13 bis 23 Uhr geöffnet. Freitags und vor Feiertagen von 13 bis 24 Uhr. Die Festbetriebe dürfen aber auch schon um 12 Uhr öffnen. Samstags geht der Betrieb von 11 bis 24 Uhr, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 23 Uhr. Das Fest dauert 23 Tage.

Zahlen Rund ums Frühlingsfest sind rund 10 000 Personen beschäftigt. Das Festgelände ist 25 Hektar groß. 244 Betriebe werben um Gäste. In den Zelten gibt es rund 15 000 Sitzplätze. Die Daten stammen von der Veranstaltungsgesellschaft „in.Stuttgart“.  dgr

www.stuttgarter-fruehlingsfest.de