Bahnprojekt Opernarien in Stuttgart-21-Tunneln?

Bis zu 30 000 Besucher werden bei den Tagen der offenen Baustellen erwartet.
Bis zu 30 000 Besucher werden bei den Tagen der offenen Baustellen erwartet. © Foto: Bahnprojekt Stuttgart-Ulm e.V.
Stuttgart / Dominique Leibbrand 05.01.2018

Stuttgart 21 nach den neuesten Hiobsbotschaften über weitere Kostensteigerungen und Zeitverzögerungen in einem positiven Licht darzustellen, dürfte nicht ganz einfach sein. Doch genau das ist die Aufgabe des Vereins Bahnprojekt Stuttgart-Ulm. Der Vorsitzende Georg Brunnhuber gab sich bei der Bilanz-Pressekonferenz am Donnerstag denn auch unbeeindruckt: „Die Stimmung innerhalb des Vereins ist ausgewogen, von den Disputen ist nichts zu spüren“, betonte er. Grundsätzlich sei S 21 in der ganzen Diskussion um Feinstaub und Fahrverbote notwendiger denn je. „Das Projekt kann mit die Lösung für diese Probleme sein.“ In den kommenden drei Tagen soll es daher im besten Licht präsentiert werden.

Zum dritten Mal in Folge veranstaltet der Verein Tage der offenen Baustelle. Bis Sonntag werden bis zu 30 000 Besucher zwischen Baggern und Kränen erwartet und damit etwa so viele wie in den Vorjahren. Rund 40 Experten werden an 13 Stationen Auskunft geben. Erstmals präsentieren sich alle Projektpartner auf dem Gelände – neben den Stuttgarter Straßenbahnen das Land, die Stadt, der Flughafen, der Verband Region Stuttgart und die S-Bahn.

Das Interesse am Bahnhofsprojekt sei ungebrochen groß, berichtete Brunnhuber. Das macht er an der Nachfrage nach Baustellenführungen fest – einem Kernelement der Öffentlichkeitsarbeit des Vereins. 1750 Touren durch Baustellen und die S-21-Ausstellung im Turmforum fanden 2017 statt, 280 mehr als 2016. In den kommenden Wochen werde man das Angebot von elf auf 17 pro Woche aufstocken, um der Nachfrage auch künftig standzuhalten.

In Sachen Marketing will der Verein künftig aber auch kreativere Wege gehen. Man wolle in den Tunneln regelrechte Events veranstalten, sagte der Vereinsvorsitzende. Die Oper etwa sei immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Locations. Brunnhuber: „Das können wir uns auch gut vorstellen.“ Bislang scheiterten solche Pläne allerdings an der Genehmigung durch die Stadt – Stichwort Sicherheit und Brandschutz. Er hoffe jedoch, dass man doch noch zu einer Lösung komme. Vielleicht nicht im Innern eines Tunnels, aber im Eingangsbereich. Der Kriegsbergtunnel sei 100 Meter breit. Er böte damit ausreichend Platz, und im Notfall wären Besucher schnell wieder draußen.

Die größte Veränderung steht dem Verein Ende des Jahres bevor. Dann muss er das Turmforum verlassen. Bis dahin soll das Bahnhofsgebäude für den Umbau geräumt sein. Brunnhuber kündigte am Donnerstag an, dass der Verein zusammen mit dem Bahnhofsmanagement in Räume des benachbarten LBBW-Gebäudes umziehen wird. Man wünsche sich einen nahtlosen Übergang, denn die Ausstellung ist bei Besuchern beliebt: Bis Mitte des Jahres werde man voraussichtlich vier Millionen Besucher gezählt haben.

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Tage lang sind die S-21-Bausstellen vom heutigen Freitag an für Besucher jeweils von 10 bis 16 Uhr frei zugänglich. Mehr Informationen online über: www.s21erleben.de

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