Marketing Neuer Imagefilm setzt Stuttgart in Szene

Der Film streift Stuttgarter Orte wie den Schlossplatz-Brunnen.
Der Film streift Stuttgarter Orte wie den Schlossplatz-Brunnen. © Foto: Stuttgart Marketing
Stuttgart / Caroline Holowiecki 15.08.2018

Fernsehturm, Mercedes- und Porsche-Museen, Wilhelma – dies sind nur einige der touristischen Highlights von Stuttgart, und sie alle haben einen Auftritt im neuen Imagefilm der Stadt. Der letzte stammt von 2006. In knapp drei Minuten gibt’s im neuesten Werk zu Elektro-Musik einen rasant geschnittenen Mix aus Flughafen und Stäffele, Weinbergen und VfB, Maultaschen und Ballett. Allein bei Facebook wurde das Video schon knapp 36 000 Mal angeklickt.

Aufnahmen mit Drohnen

Gedreht und produziert haben den Film – natürlich – Stuttgarter. Beauftragt hat die Stadtverwaltung die Agentur Traumwelt, über die Kosten schweigt man sich aus. Der Agentur-Geschäftsführer John Pistauer bezeichnet sich selbst als Lokalpatriot. „Stuttgart ist eine schöne, junge, dynamische Stadt“, sagt er, das habe er rüberbringen wollen. Gefilmt wurde zum Teil mit Drohnen und über Monate. Schließlich sollten Wasen, Weindorf oder Weihnachtsmarkt ebenso abgebildet werden wie diverse Sportveranstaltungen. Mit Stuttgarter Themen hat die Agentur Erfahrung. Auch den Flughafen-Clip, den Führungsteilnehmer gezeigt bekommen, hat das Team erstellt, außerdem arbeitet Traumwelt für große Firmen am Ort oder Museen. Dennoch habe es bei den jüngsten Aufnahmen Überraschungen gegeben, „wir mussten bei der Recherche selbst über die Vielfalt staunen“, sagt Pistauer.

Während Fans rege klicken, setzt es auch Kritik. Zum einen von Facebook-Nutzern, die die Darstellung als geschönt empfinden – Stichwort Feinstaub und Verkehr. Die Vorsitzende des Landesfrauenrats, Charlotte Schneidewind-Hartnagel, kritisiert zudem, dass in dem Film „ein veraltetes Frauenbild“ dargestellt würde. „Frauen werden als Bedienungen, als Balletttänzerinnen und nackte Statuen im Museum gezeigt, Männer als Macher“, findet sie. Das werde der Stadt nicht gerecht.

Der Film sei nach besten Wissen und Gewissen gemacht, entgegnet Andrea Gehrlach von Stuttgart Marketing. „Im Auswahlgremium waren auch viele Frauen, denen ist nichts aufgefallen“, man halte das Ergebnis nach wie vor für gelungen. Produziert wurden drei Versionen, außerdem mehrere Teaser, die je nach Publikum mit einem anderen Fokus gezeigt werden können. Vor allem für touristische Zwecke sei der Film wichtig. 2017 kamen erstmals mehr als zwei Millionen Urlauber. Grundsätzlich sagt Gehrlach: „Wir wollen möglichst viele Menschen mit der Liebe zu Stuttgart infizieren.“ Aber der Film soll längst nicht nur Auswärtige ansprechen. „Wir wollen dem Stuttgarter auch den Spiegel vorhalten: Schau mal, das ist deine Stadt.“

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