Planung Neue Ideen für das Herz der Stadt

Stuttgart / Daniel Grupp 27.06.2018

Wohnen, Kultur und Verkehr – mit diesen Zukunftsthemen befassen sich zwei städtebauliche Wettbewerbe, die jetzt Fahrt aufnehmen sollen.  Zum einen geht es um das etwa 85 Hektar große Rosensteinviertel, das nach Fertigstellung von Stuttgart 21 auf den frei werdenden Gleisflächen entstehen soll. Der zweite Wettbewerb befasst sich mit der B 14, die auch als Stadtautobahn bezeichnet wird. Für die Kulturmeile beginnt im Vorfeld des städtebaulichen Wettbewerbs eine Bürgerbeteiligung.

Beim Rosensteinviertel hatten die  Bürger schon das Wort. Sie konnten sich übers Internet und bei einer Veranstaltung im Stadtpalais zu Themen wie Wohnbebauung oder Gestaltung äußern. Gewünscht sei urbanes, aber bezahlbares Wohnen, berichteten Vertreter der Verwaltung. Aber auch Mehrgenerationenhäuser, kulturelle Einrichtungen und öffentliche Gartenflächen (Urban Gardening) sind den Stuttgartern wichtig. Die Vorgaben fließen in die Auslobung eines zweistufigen Wettbewerbs ein. In der ersten Phase soll ein Zukunftsbild des Stadtteils entstehen. Auf dieser Basis sollen zehn Teilnehmer in der zweiten Runde die Ideen konkretisieren, damit ein städtebauliches Gesamtkonzept entsteht.

Vorschläge für Kulturmeile

Nach Einschätzung der Stadtverwaltung ist dort Platz für 5600 Wohneinheiten. Zudem sollen dort ein neues Kongresszentrum, ein Konzertsaal und ein neues Lindenmuseum/Haus der Kulturen untergebracht werden. In den Vorlagen wird auch das Paketpostamt genannt, das als Spielstätte während der Sanierung der Oper im Gespräch war. Die Stadt strebt Kauf und Abriss an, um den Park erweitern zu können. Fast alle Sprecher der Fraktionen sprachen im Technischen Ausschuss von einer historischen Chance, weil es nie wieder im Herzen der Stadt eine so große Fläche zu entwickeln gebe.

Beim Wettbewerb B 14  sind die Stuttgarter am 21. Juli gefragt. „Wir wollen Bürgerbeteiligung über die Ziele des Wettbewerbs“, sagte Baubürgermeister Peter Pätzold (Grüne). Im Herbst werde der Wettbewerb ausgelobt.

Wettbewerbsgebiet  ist der Abschnitt zwischen Gebhard-Müller- und Österreichischem Platz. Zudem ist von der Kulturmeile die Rede, die am Charlottenplatz endet. Wer Anwohner entlasten wolle, müsse vom Schwanenplatztunnel zum Marienplatz neu planen, fand Christoph Ozasek (SÖS/Linke/Plus). Stadtist Ralph Schertlen ging alles zu schnell, nur „weil sich ein Fernsehmoderator auf die Straße gesetzt hat“, sagte er mit Blick auf den Verein Aufbruch Stuttgart um Wieland Backes. Erst müsse eine Alternative zur B 14 her.

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