Sicherheit Mit Pollern und Barrieren gegen die Terrorgefahr

Stuttgart / Tilman Baur 10.08.2018

Seit dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin mit zwölf Todesopfern sind schon mehr als eineinhalb Jahre vergangen. Vergessen ist das Ereignis deshalb nicht: Stuttgart hat ein Sicherheitskonzept erarbeitet, um die Besucher von Großveranstaltungen besser zu schützen. Das Konzept zielt speziell auf den Schutz vor Anschlägen mit Autos oder Lkws. Im kommenden Sommer soll es zur Umsetzung bereit sein. 1,5 Millionen Euro lässt sich die Stadt die Maßnahmen kosten.

Kernbestandteile sind große Pflanzentröge, verschwenkte Fahrspuren und Poller, davon manche fest und manche in den Boden versenkbar. Barrieren und umgestaltete Straßenverläufe sollen zentrale Plätze der Stadt wie den Schlossplatz, den Marktplatz und den Schillerplatz abriegeln und die Gefahr eines Auto-Anschlags minimieren.

Auch rund um den Schlossplatz als zentralem Ort für Veranstaltungen aller Art hat die Verwaltung einiges vor. So sollen in der angrenzenden Bolzstraße und in der Stauffenbergstraße sogenannte Gehwegnasen entstehen, also Verbreiterungen des Bürgersteigs, die in die Straße hineinragen. Auf den Gehwegnasen werden Blumenkübel platziert. Fahrer sind so gezwungen, durch einen Zickzackkurs zu lenken.

Mauer an der B 14

Feste und versenkbare Poller sind ein zweites Element, mit dem das Ordnungsamt die Sicherheit erhöhen will. Am Rande der Königstraße will man sie installieren, einmal auf Höhe Stiftstraße, zum anderen auf Höhe Bolzstraße. Im Rahmen der Marktplatzsanierung wird auch die Marktstraße mit Pollern ausgestattet.

Bis die Maßnahmen greifen und die zum Teil bereits vorbestellten Objekte installiert sind, behelfen sich Stadt und Polizei mit individuellen Sicherheitslösungen. So zum Beispiel beim Historischen Volksfest, das anlässlich des 200-Jahr-Jubiläums des Cannstatter Wasens vom 26. September bis zum 3. Oktober auf dem Schlossplatz veranstaltet wird.

„Polizei, Feuerwehr und Stadt stimmen sich derzeit ab, um ein ausgereiftes Sicherheitskonzept zu entwickeln. Die Planungen werden voraussichtlich Ende August oder Anfang September abgeschlossen sein“, sagt ein Sprecher der Stadt auf Nachfrage.

Auch das Land investiert in die Sicherheit seiner Grundstücke: eine Natursteinmauer, die bereits jetzt vor dem Operngebäude verläuft, soll auch entlang der Konrad-Adenauer-Straße (B 14) kniehoch vor dem Landtag installiert werden.

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