Für den heutigen Montag haben sich mehr als 4000 von ihnen zu einer politischen Kundgebung in einem Festzelt auf dem Cannstatter Wasen angemeldet, wie der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga mitteilte.

Dehoga-Präsident Fritz Engelhardt will mit seiner Rede die Politik herausfordern: Erwartet werden Finanzminister Nils Schmid (SPD), Agrarminister Alexander Bonde (Grüne), CDU-Landtagsfraktionschef Guido Wolf - Spitzenkandidat seiner Partei bei der Landtagswahl - und FDP-Landeschef Michael Theurer. Die vier sollen nach dem Statement Engelhardts zum Mindestlohn Stellung beziehen.

Stein des Anstoßes ist vor allem die Dokumentationspflicht für die Arbeitszeiten: Sie gilt für geringfügig Beschäftigte und für Branchen, die für Schwarzarbeit anfällig sind wie Gaststätten. Dabei geht es um Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit. Der Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde ist seit Januar in Kraft - die Erfassung der Arbeitszeit ist für die Lohnabrechnung wichtig. Laut einem Dehoga-Sprecher sind die Betriebsabläufe in der Branche unregelmäßig, eine detaillierte Dokumentation der Arbeits- und Pausenzeit extrem aufwendig. Die Höhe des Mindestlohns sei für die meisten nicht das Problem.

Die Arbeitgeber müssen die Arbeitszeit der Mitarbeiter bis zu einem Gehalt von 2958 Euro brutto exakt aufzeichnen. Die Union kritisiert dies seit geraumer Zeit als zu viel Bürokratie und will, dass die Unternehmer die Arbeitszeit nur noch bis 1900 Euro Gehalt aufschreiben müssen.