Es ist ein Spektakel der Superlative: zehntausende Lichter, vier Veranstaltungsbühnen, ein Kunsthandwerkermarkt, 90 im Park verteilte Imbissstände, ein 25-minütiges Musikfeuerwerk und bis zu 40 000 Besucher – auf einer Fläche von 50 Fußballfeldern. So groß ist das Parkgelände. Das heute zum 66. Mal stattfindende Lichterfest am Stuttgarter Killesberg ist Faszination und zugleich eine logistische Herausforderung für die Veranstalter. Was dies bedeutet, hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt: Verkehrschaos am Nachmittag und um Mitternacht nach Veranstaltungsende. Eine Herausforderung wird erst im Morgengrauen so richtig sichtbar. Es sind die unzähligen kleinen Müllberge, die die Parkbesucher zurückgelassen haben.

Die Stadtverwaltung geht erneut nicht davon aus, dass sich alle Besucher an die Verhaltensregeln halten werden, wie sie im Programmflyer stehen. Diese verbieten etwa das Mitbringen von Glasflaschen und Alkohol sowie das Wegwerfen von Abfällen. Deswegen hat die Stadt verstärkte Vorkehrungen getroffen, um größeres Chaos zu vermeiden.

Das hat auch eine kommunalpolitische Komponente: Das rasante Wachstum der Veranstaltung stößt bei den Mitgliedern des Bezirksbeirats Stuttgart-Nord auf wachsende Kritik. Nun soll mehr Sicherheitspersonal als früher das Gelände und die angrenzenden Wohngebiete kontrollieren. Die Häuser in Luxuslage erhalten zudem einen Sichtschutz. Im Park und davor sind mehr Müllmänner als sonst im Einsatz.

Der Killesberg gilt als einer der schönsten städtischen Parks in Deutschland. Angelegt 1939, dient er nicht allein der Naherholung, sondern auch als beliebter Veranstaltungsort in denkmalgeschützter Naturlage. Die Freilichtbühne in einem ehemaligen Steinbruch liegt versteckt mitten im Park, zieht aber wegen ihres attraktiven Programms bis zu 4500 Besucher an. Die Holzbühne wurde in den vergangenen Monaten generalsaniert, die Elektrik modernisiert und der Wasserablauf bei Regen und Nässe verbessert. Insgesamt hat die Stadt 100 000 Euro investiert.

Wie in früheren Messezeiten ist das Gelände für Großveranstaltungen weiterhin problematisch. Vor drei Jahren aber hat die Stadt Stuttgart bekräftigt, dass sie am Park als Kulturstätte festhalten will. Damals wurde der Name der Bühne an die Sparda-Bank vergeben. Das Lichterfest erhielt den Beinamen Volkswagen. Beide Sponsoren haben großes Interesse daran, möglichst viel Publikum zu mobilisieren.

Da rund um den Höhenpark keine Parkplätze zur Verfügung stehen, wird für die Anreise zum Lichterfest ein VVS-Kombiticket empfohlen. Vom Wasen (P10) im Neckar-Park gibt es ein kostenloses Shuttle. Ab 15.30 Uhr fahren Busse im 15-Minuten-Takt die Haltestelle Pragsattel am Höhenpark Killesberg an. Die Rückfahrt zum Wasen erfolgt bis 1.15 Uhr. Dort stehen den Besuchern rund 15 000 Parkplätze zur Verfügung, die Gebühr je Auto beträgt pauschal fünf Euro. Der Eintritt ab 16 Uhr kostet zwischen 12 und 16 Euro.