Wasen Majestäten hoch zu Ross

Ein König und zwei Kaiser auf dem Umzug.
Ein König und zwei Kaiser auf dem Umzug. © Foto: Rainer Lang
Stuttgart / Rainer Lang 25.09.2017
Volksfestumzug erinnert an das Treffen der Kaiser Alexander und Napoleon 1857 in Bad Cannstatt.

Pünktlich zum Beginn des traditionellen Cannstatter Volksfestumzugs hat sich die Sonne doch noch durchgesetzt. Umso mehr freuten sich die Zuschauer, dass sie sich trotz des wolkenverhangenen Himmels am Morgen auf den Weg gemacht hatten.

Die Stimmung war bestens, als um elf Uhr der Festzug mit 3500 Teilnehmern, 50 Festwagen, mehr als 100 Tieren sowie Trachtengruppen und Musikkapellen aus dem ganzen Land durch die Straßen und Gassen von Bad Cannstatt dem Wasen zustrebte. Schon morgens um sieben Uhr hatte sich Andrea Lenz aus Großerlach auf den Weg gemacht.

Die 57-Jährige kommt schon seit Jahren zum Festumzug. Diesmal brachte sie ihre 26 Jahre alte Tochter Sonja mit. Beiden gefallen besonders die Kutschen mit Pferden und die Musikzüge wie der Spielmannszug Zigeunerinsel aus Stuttgart.

Und die Geschichte wurde in diesem Jahr in besonderem Maße lebendig. Auf den Tag genau jährte sich gestern nämlich das Zwei-Kaiser-Treffen. Auf Einladung des württembergischen Königs Wilhelm I. waren der französische Kaiser Napoleon III. und der russische Zar Alexander nach dem Krimkrieg zu einer Friedenskonferenz nach Stuttgart gekommen. Am 27. September 1857, dem Geburtstag des Königs, ritten die Majestäten auf dem Cannstatter Wasen durch die unübersehbare Menge, wie es in Berichten von damals heißt.

Dieses Ereignis, das bis heute als Höhepunkt der Volksfestgeschichte gilt, spiegelte sich im Festumzug genauso wider, wie der Aufzug zweier Königinnen und einer Großfürstin, die damals ebenfalls zu Gast waren. Die Darstellerinnen saßen in ihren historischen Kostümen in einer zehnspännigen Kutsche, die in diesem Jahr erstmals beim Umzug dabei war und recht schwierig um die Kurven zu steuern war.  Eskortiert wurden die Hoheiten von Bürgerwehren und -garden, wie den Königsdragonern aus Ochsenhausen. Auch die Reformatoren fehlten anlässlich des 500-Jahr-Jubiläums der Reformation nicht.

Auch OB Fritz Kuhn winkte dem Publikum aus einer Kutsche zu. Der Zug umfasste insgesamt 94 Nummern..

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