Verbraucherschutz Mäuse knabbern an Babynahrung

Wespen laben sich an der Auslage einer Bäckerei.
Wespen laben sich an der Auslage einer Bäckerei. © Foto: Stadt Stuttgart
Stuttgart / Jürgen Schmidt 24.07.2018

Zehn Noro-Virus-Erkrankungen durch ein Salatbuffet, eine Bäckerei, in der trotz massiver Staubentwicklung bei Umbauarbeiten weiter verkauft wurde: Das sind nur zwei der gravierenden Fälle, auf die die Stuttgarter Lebensmittelüberwachung im vergangenen Jahr aufmerksam wurde.  120 mal hatten die Überprüfungen eine Schließung der Betriebe zur Folge, wie der Leiter der Dienststelle für Lebensmittelüberwachung, Verbraucherschutz und Veterinärwesen beim Ordnungsamt, Thomas Stegmanns, gestern erklärte. Das sind fast 50 Prozent mehr als noch 2016. In 77 Fällen wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Neben gastronomischen Betrieben und klassischen Lebensmittelläden gab es für die städtischen Kontrolleure im vergangenen Jahr ein Novum. Erstmals habe man einen Drogeriemarkt geschlossen, berichtete Stegmanns. Dort hatten sich  unter der Fototheke Mäuse eingenistet. Eine Kundin habe eine Maus im Laden gesehen und die Aufsicht informiert, erklärte der Chef-Kontrolleur. Bei der Überprüfung wurden angeknabberte Packungen mit Babynahrung entdeckt.

Insgesamt haben die Kontrolleure 2017 die Hälfte der über 10 400 Lebensmittelbetriebe überprüft. Die Quote liegt höher als in den Jahren davor. Das liegt aber auch daran, dass sich die Zahl der Lebensmittelbetriebe in der Landeshauptstadt binnen Jahresfrist um 1800 verringert hat. Dies geht jedoch nicht auf massenhafte Schließungen zurück, sondern darauf, dass die Behörde zahlreiche „Karteileichen“ beseitigt hat, so Stegmanns.

In diesem Jahr soll es noch mehr Überprüfungen geben – mehr als 10 000 einschließlich der Nachkontrollen, kündigte der Chef der Lebensmittelüberwachung an. Denn die kommunale Dienstelle hat seit Januar fünf zusätzliche Kontrolleure. Die haben Ende 2017 ihre Ausbildung abgeschlossen und wurden von der Stadt übernommen. Nun habe man wieder so viele Mitarbeiter, wie vor der Verwaltungsreform im Jahr 2005, so Stegmanns. „Der Verbraucherschutz steht auf stabilen Füßen“, kommentierte der Stuttgarter Ordnungsbürgermeister Martin Schairer (CDU) die Entwicklung.

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