Stuttgart / Raimund Weible

Prince richtet sich in voller Größe auf, hält sich mit den Pranken am Zaun fest und packt vorsichtig mit den Zähnen das Stück Fleisch, das Dompteur Martin Lacey an einem langen Stock befestigt hat. Die Fütterung des neunjährigen Löwen war der Schluss- und Höhepunkt der Gratis-Führung durch den Tierpark des Circus Krone auf dem Cannstatter Wasen am Donnerstag. Der Zirkus wollte dabei demonstrieren, wie sehr er sich um eine gute Haltung seiner Tiere bemüht. Tierschutz-Organisationen hatten im Vorfeld Kritik geübt.

Krone-Mitarbeiterin Susanne Matzenau nahm die Fünftklässler der Gottlieb-Daimler-Realschule Ludwigsburg und die  Kinder vom Polifant-Kindergarten Hedelfingen in den Schlepptau. Was die Kinder in eineinhalb Stunden zu sehen bekamen, beeindruckte sie schwer. Sechs weibliche Elefanten rupften  gemütlich Laub von frischen Ästen, Nashornbulle Tsavo kam aus seinem Verschlag, angekündigt von Matzenau als „schönster Mann des Circus Krone“. Im Pferdestall lernten die Kinder, warum das Unternehmen ausschließlich Hengste hält. Sie präsentieren sich in der Manege besser als Stuten.

Was auch sonst noch zu sehen war – Lamas, Wildschwein Fritzi oder  das Kamel –, nichts imponierte den Kindern mehr als die Löwen. „Was macht der, wenn ich zu ihm reingehe?“, fragte ein Junge am Gehege von „King Tonga“, dem weißen Löwen.

Die Botschaft von Matzenau: Die Tiere sind im Circus Krone gut aufgehoben, fühlen sich wohl. Alle 40 Löwen seien im Zirkus geboren, würden daher kein Leben in der Wildnis kennen und wären dort auch nicht überlebensfähig. Das sagte sie auch an die Adresse der Gegner von Wildtier-Auftritten im Zirkus, die zur Premiere des Krone-Gastspiels am Donnerstagabend eine Demonstration angekündigt hatten.

Insgesamt 400 Kinder besuchten am Donnerstag den Krone-Zoo. Wer am Schluss Quizfragen am besten beantwortete, durfte Prince füttern. Mit tätiger Mithilfe von Star-Dompteur Martin Lacey.