Verkehr LED-Tafeln zeigen Stauzeiten auf der B 27 an

Seit gestern sind an der B 27 LED-Tafeln in Betrieb.
Seit gestern sind an der B 27 LED-Tafeln in Betrieb. © Foto: Marijan Murat/dpa
Stuttgart / Dominique Leibbrand 13.07.2018

Das klingt doch mal erfreulich: „Bis Stuttgart + 0 Minuten“, zeigt die LED-Tafel an der B 27 an. Gegen 11 Uhr an einem Donnerstagmorgen ist das allerdings auch kein Kunststück – anders sieht es freilich zu Stoßzeiten aus: Früh morgens staut sich der Verkehr aus Tübingen in Richtung Landeshauptstadt schon Kilometer vor der Gemarkungsgrenze. Abends ballen sich die Autos dann in der entgegengesetzten Richtung. Daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Doch Pendler sollen zumindest eine Information in Echtzeit darüber erhalten, wie viel länger sie im Vergleich zu staufreien Zeiten nach Stuttgart beziehungsweise Tübingen brauchen. Das Verkehrsministerium  hat deshalb gestern entlang der B 27 auf beiden Seiten jeweils zwei Reisezeitanzeigen in Betrieb genommen.

Die digitalen Tafeln, die mit rund 145 000 Euro Anschaffungskosten plus zirka 30 000 Euro Betriebskosten pro Jahr zu Buche schlagen, sind die ersten ihrer Art im Land. Zwei stehen nun bei Aichtal, zwei an der Stadtgrenze. Die Strecke ist hoch frequentiert – die B 27 gehört mit täglich rund 85 000 Fahrzeugen zu den meistbefahrenen Bundesstraßen Deutschlands. Der Ausbau auf sechs Spuren ist deshalb zwar beschlossene Sache, kann vor Ende 2027 aber wohl nicht realisiert werden.

Natürlich könne man fragen, was die Information bringe, wenn man schon im Stau stehe, räumte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) ein. Die Tafeln hätten jedoch den Vorteil, dass Pendler besser einschätzen könnten, wie lange sie noch bis zum Ziel brauchten. Wer einen Termin habe, könne ankündigen, dass er später komme. „Das nimmt Stress“, so Hermann. Auch könnten Autofahrer so noch eine andere Strecke wählen oder auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, hieß es beim Ortstermin.

Die Tafeln sollen das bisherige Angebot im Internet ergänzen. Die Landesstelle für Straßentechnik stellt laufend Echtzeit-Verkehrsdaten via App und Homepage zur Verfügung. Sie ist jetzt auch für die Betreuung der neuen Anzeiger zuständig, die zunächst ein Jahr in Betrieb sein sollen. Klüger sei natürlich, das Online-Angebot zu nutzen und sich schon vor der Fahrt über das Verkehrsaufkommen kundig zu machen, sagte Hermann. Und, wenn möglich, den Start der Fahrt zu verschieben. Da seien die Autofahrer aber selbst in der Verantwortung.

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