Stuttgart Landesmesse baut aus

850 Parkplätze fallen durch den Bau der Halle 10 auf der Fildermesse weg. Für sie soll es Ersatz geben - allerdings in einiger Entfernung. Der Westeingang wird ein neues Gesicht bekommen.
850 Parkplätze fallen durch den Bau der Halle 10 auf der Fildermesse weg. Für sie soll es Ersatz geben - allerdings in einiger Entfernung. Der Westeingang wird ein neues Gesicht bekommen. © Foto: Helmut Ulrich
Stuttgart / RAIMUND WEIBLE 15.01.2016
Die Messe auf den Fildern expandiert. Am Donnerstag wurde mit dem Erdaushub für die neue Halle 10 begonnen. Schon ohne sie befindet sich die Messe auf Rekordkurs. 2015 war das beste Jahr mit ungerader Zahl.

Der Parkplatz an der Westseite der Messehallen auf den Fildern ist verschwunden, Arbeiter haben bereits eine Baustelle eingerichtet. Und am Donnerstagabend, kurz vor dem Neujahrsempfang der Landesmesse Stuttgart GmbH, zelebrierten die Messe-Geschäftsführung und die Vertreter der Gesellschaft den ersten Spatenstich für das neue Bauwerk der Messe: die Halle 10, die den Namen des Tübinger Werkzeugherstellers Paul Horn erhält.

Das Bauwerk symbolisiert, in welcher Verfassung sich die vor acht Jahren eröffnete neue Landesmesse befindet. Sie floriert und kommt mit dem Platz der bestehenden neun Hallen nicht mehr aus. Deswegen wird gebaut. Mit der neuen Halle 10 erweitert die Messe auf einen Schlag ihre Ausstellungsfläche um 14.500 auf 120.000 Quadratmeter - das sind 15 Prozent mehr.

Stolz verkündete Ulrich Kromer von Baerle, der Sprecher der Geschäftsführung, am Donnerstag vor Journalisten: "Die 67 Millionen Euro investieren wir aus eigener Kraft und eigenen Mitteln." Mit dem Zuwachs an Fläche werde die Messe von Platz zehn auf Platz acht auf der Liste der größten Messegesellschaften Deutschlands vorrücken. Die Touristikmesse CMT, die am Samstag ihre Pforten öffnet, hat laut Kromer durch die Halle 10 die Möglichkeit zum nächsten Wachstumsschritt. Schon dieses Jahr ist sie mit über 2000 Ausstellern auf Rekordkurs.

Auf Rekordkurs befindet sich auch die Messe insgesamt. 2015 zog die Produktschau auf den Fildern 1,113 Millionen Besucher an und kam auf einen Umsatz von 115 Millionen Euro. "Das haben wir in einem ungeraden Jahr noch nie erreicht", verkündete Geschäftsführer Roland Bleinroth. Zahlreiche Messen finden nicht jedes Jahr statt, sondern nur alle zwei oder drei Jahre. Durch diese Zyklen fallen Jahre mit ungerader Zahl gewöhnlich schwächer aus. Doch gegenüber 2011 und 2013 konnte die Messe den Umsatz um fast 20 Prozent steigern.

2016 will die Messe GmbH noch einen drauflegen. Nach den vorliegenden Kontrakten ist Kromer zuversichtlich, 140 Millionen Euro Umsatz zu erreichen und damit das bisher beste Ergebnis von 137,8 Millionen zu übertreffen. Er rechnet mit einem Gewinn von 20 Millionen Euro vor Pacht und Ertragssteuer. 93 Prozent des Ertrags führt die Messe GmbH an die Projektgesellschaft Neue Messe GmbH & Co. KG ab, an der das Land und die Stadt Stuttgart zu je 45 Prozent und der Verband Region Stuttgart zu zehn Prozent beteiligt sind. Der Projektgesellschaft gehören das Gelände und die Bauwerke.

Auch in Sachen Internationalisierung vermeldet die Messe Fortschritte. 2015 kamen fast 30 Prozent der Aussteller aus dem Ausland und zehn Prozent der Besucher. "Das sind Spitzenwerte", sagte Bleinroth. Zudem verstärkt die Messe ihr Engagement im Ausland. Drei Tochtergesellschaften sind in der Türkei, in China und in den USA unterwegs. "Je mehr wir im Ausland direkt am Markt sind, umso mehr können wir Werbung für die Messen in Stuttgart machen", sagte Bleinroth.

Stolz sind die Geschäftsführer darauf, dass gleich zwei neue Messen eingeschlagen haben. Die "Moulding Expo" als Fachmesse für Werkzeug-, Modell- und Formenbau sei mit 14.000 Besuchern im ersten Jahr gleich ein Erfolg gewesen, ebenso die Ernährungsmesse "veggie & frei von" mit 90.000 Besuchern. Kromer zufolge ist sie die größte deutsche Messe ihrer Art.

Die Stadt von morgen als neues Thema

Kooperation Premiere feiert die Messegesellschaft dieses Jahr mit ihrer Veranstaltung "Morgenstadt Urban Solutions" (21. bis 23. Juni). Sie wendet sich an Bürgermeister, Stadtplaner, Wirtschaftsförderer, Technologie-Lieferanten, Verkehrsunternehmer und Finanzdienstleister. Die Messe arbeitet dabei mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation zusammen.

Popkultur Gleich nach der "Morgenstadt", nämlich am 25. Juni, feiert die "Comic Con Germany" ihren Einstand. Sie versteht sich als Plattform für Fans von Comics, Videospielen, Film und TV-Serien. Mit über 30.000 Quadratmetern ist die "Comic Con Germany" laut Messe GmbH die erste Großveranstaltung rund um das Thema Popkultur im süddeutschen Raum.

 

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