Viel ist drüber diskutiert worden, jetzt ist es amtlich: Das Kulturzentrum Wagenhallen wird saniert. Vornehmlich mit den Stimmen von CDU und Grünen hat der Gemeinderat am Donnerstag mehrheitlich den Grundsatzbeschluss für die Rundumerneuerung gefasst. Mit diesem in der Tasche kann die Stadtverwaltung jetzt in die Planungen für das Projekt einsteigen, das Schätzungen zufolge mit rund 30 Millionen Euro zu Buche schlagen wird.

Lärm- und Brandschutzmängel machen die Sanierung der alten Bahnanlage, die Ende des 19. Jahrhunderts entstand, notwendig. Das zweigleisige Prinzip des Kulturzentrums, in dem rund 70 Künstlerateliers, aber auch ein Veranstaltungsbetrieb untergebracht sind, soll erhalten bleiben. Überdies möchte man mehr Platz schaffen: Die Werkstatt-Fläche wird sich um 5000 auf 10.000 Quadratmeter vergrößern, und der Veranstaltungsbereich soll nach der Sanierung bis zu 2100 Menschen fassen. Eine Lücke soll damit geschlossen werden. Schon lange bemängeln Veranstalter ein Defizit an Konzerträumen in mittlerer Größe in der Stadt.

37 Ja- standen am Donnerstag aber auch zwölf Nein-Stimmen und sieben Enthaltungen gegenüber. Die SPD und die Fraktion SÖS-Linke-PluS hatten über Anträge noch versucht, auch mit Blick auf die Kosten Alternativen ins Spiel zu bringen. Ein Vorschlag war, parallel zur Veranstaltungshalle für 2100 Personen eine kleinere für rund 500 zu planen. Laura Halding-Hoppenheit (SÖS-Linke-PluS) sagte, die Künstler wollten die Vergrößerung gar nicht, sie hätten Angst vor höheren Mieten und damit um ihre Existenz. Obendrein fürchten viele um den Charakter des Gebäudes, das dank seines Industriecharmes ein Anziehungspunkt für suburbane Kultur ist. "Die Wagenhallen werden ihren morbiden Charme verlieren", ist sich Rose von Stein (FW) sicher und versagte die Zustimmung ihrer Fraktion.

Am Ergebnis änderte das freilich nichts. Die Sanierung soll Anfang 2017 starten und ein Jahr später abgeschlossen werden. Während der Bauphase finden keine Veranstaltungen in den Wagenhallen statt, der Künstler- und Atelierbetrieb wird nach draußen in Container verlagert. Für einen größtmöglichen Konsens soll ein Lenkungskreis sorgen.