Nutzung Klagen über Dreck und Lärm auf dem Schlossplatz

Die hohe Zahl an Festen auf dem Schlossplatz stößt bei Anliegern auf Kritik
Die hohe Zahl an Festen auf dem Schlossplatz stößt bei Anliegern auf Kritik © Foto: Ferdinando Iannone
Stuttgart / Caroline Holowiecki 31.08.2018

„Hier treffen Lebensgefühl und Historie aufeinander! Vor beeindruckender historischer Kulisse werden die Grünflächen im Sommer zur beliebten Liegewiese.“ So wird der Schlossplatz online von Stuttgart-Marketing beworben. Doch gerade im Super-Sommer 2018 ärgern sich Bürger und Besucher über Dreck. Nach lauen Nächten gleicht der Park einer Müllhalde. Zuständig für die Pflege ist das Land.

„Leider fühlen sich nicht alle Besucher verantwortlich für den Müll, den sie verursachen“, teilt Sprecher Benjamin Hechler mit. Neue XXL-Tonnen seien bestellt. Morgens sei zudem ein Trupp drei bis vier Stunden mit Putzen beschäftigt – täglich. Von April bis Oktober brauche es sogar einen zweiten Durchgang. Rund 200 000 Euro koste die Reinigung pro Jahr.

Der Bezirksbeirat Mitte stört sich auch an der Häufigkeit der Veranstaltungen. Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle: „Von März bis Ende Oktober ist entweder eine Veranstaltung oder Auf- und Abbau. Sie sieht die „Postkartenidylle“ beeinträchtigt. 14 Mal wurde und wird der Schlossplatz in diesem Jahr vom Land vergeben. Die Energiewendetage des Umweltministeriums (15. und 16. September), das historische Volksfest (26. September bis 3. Oktober), ein Boule-Turnier (14. Oktober) sowie die Eisbahn (ab 22. November) stehen noch aus.

Zuletzt hätten sich Lokalpolitiker und Bürger etwa über den massiven Sicht- und Schallschutz bei den Jazz Open geärgert. Kienzle benutzt den Begriff Trutzburg. „Wenn ein Platz der Öffentlichkeit entzogen wird und dann nur noch Werbebanner zu sehen sind, dann ist das nicht im öffentlichen Interesse“, findet sie. Auch gebe es zu viele „Kleinstveranstaltungen mit Werbecharakter“ an der Königstraße.

Mit ihrer Meinung steht Kienzle nicht allein da. Auch Christoph Achenbach, Chef von Lederwaren Acker und Vorstandmitglied des Gewerbevereins CIS, freut sich zwar über hochwertige Events als „Frequenzbringer“, zeigt sich bisweilen aber genervt vom „Lärmbrei“, der sich gerade an Samstagen über den Schlossplatz legt. „Das empfindet der Passant als unangenehm und geht schnell weiter.“

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